GCK-MODY
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LoslegenSynonym: MODY 2
Definition
Der GCK-MODY ist eine spezielle Form des Diabetes mellitus und zählt zu den MODY-Formen ("Maturity Onset Diabetes of the Young"). Er tritt aufgrund eines genetischen Defektes auf, welcher die Funktion der pankreatischen Betazellen betrifft.
Genetik
Die auslösende Mutation betrifft den Genabschnitt für das Enzym Glucokinase (GCK) am Genlokus 7p13. Das Enzym ist Teil des Glucosesensors im Pankreas. Aufgrund der Mutation und des damit verbundenen Sensordefekts wird Insulin erst bei leicht erhöhten Glucosewerten um ca. 130-140 mg/dl ausgeschüttet.
GCK-MODY wird durch eine heterozygote inaktivierende Variante im GCK-Gen verursacht und meist autosomal-dominant vererbt. Typisch ist eine bereits seit Geburt bestehende, milde und meist wenig progrediente Nüchternhyperglykämie. Sie verursacht in der Regel keine Beschwerden und wird häufig zufällig entdeckt.
Davon abzugrenzen ist der permanente neonatale Diabetes mellitus (PNDM) durch biallelische inaktivierende GCK-Varianten. Diese können homozygot oder compound-heterozygot vorliegen und führen bei stark eingeschränkter Glukokinaseaktivität zu einer ausgeprägten Störung der glukoseabhängigen Insulinsekretion. Diese Erkrankung ist keine MODY-Unterform und erfordert in der Regel eine Insulintherapie.[1]
Therapie
Bei isoliertem GCK-MODY ist außerhalb der Schwangerschaft in der Regel keine medikamentöse Blutzuckersenkung erforderlich. Die milde Hyperglykämie bleibt meist langfristig stabil. Eine ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität sind sinnvoll; eine spezielle restriktive Diät ist üblicherweise nicht notwendig. Ein zusätzlich auftretender Typ-1- oder Typ-2-Diabetes muss unabhängig davon behandelt werden.[1]
Schwangerschaft
Bei Schwangeren mit GCK-MODY hängt die Therapieentscheidung wesentlich vom fetalen Genotyp und Wachstum ab:
- Hat der Fetus die mütterliche GCK-Variante geerbt, ist seine Glukosesensitivität ebenfalls verändert. Eine Behandlung der mütterlichen Hyperglykämie ist dann meist nicht erforderlich und kann das fetale Wachstum beeinträchtigen.
- Hat der Fetus die Variante nicht geerbt, kann die mütterliche Hyperglykämie eine gesteigerte fetale Insulinsekretion und Makrosomie verursachen. In dieser Situation kann eine Insulintherapie erforderlich sein.
Die Betreuung sollte in einem diabetologisch geschulten Geburtshilfezentrum erfolgen. Bei unbekanntem fetalem Genotyp wird insbesondere das sonographisch erfasste fetale Wachstum zur Therapieentscheidung herangezogen.[2]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Greeley SAW et al. ISPAD Clinical Practice Consensus Guidelines 2022: The diagnosis and management of monogenic diabetes in children and adolescents. Pediatr Diabetes. 2022;23:1188–1211.
- ↑ Bringing precision medicine to the management of pregnancy in women with glucokinase-MODY: a study of diagnostic accuracy and feasibility of non-invasive prenatal testing. Diabetologia. 2023.