Entecavir
Handelsnamen: Baraclude® u.a.
Synonyme: Entecavirum u.a.
Englisch: entecavir
Definition
Entecavir ist ein Virustatikum aus der Gruppe der nukleosidanalogen Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI) und kommt bei der Behandlung der chronischen Hepatitis B zum Einsatz.
Chemie
Entecavir ist strukturell ein Purin-Nukleosid. Es liegt pharmazeutisch als Entecavir-Monohydrat vor. Die Summenformel lautet C12H15N5O3, das Molekulargewicht beträgt etwa 277 g/mol.
Wirkmechanismus
Entecavir wird in den Hepatozyten durch zelluläre Kinasen schrittweise zu Entecavir-Triphosphat phosphoryliert. Das Triphosphat konkurriert mit Desoxyguanosintriphosphat (dGTP) und wird von der HBV-Polymerase bevorzugt in die Virus-DNA eingebaut.
Dadurch werden drei essenzielle Schritte der Virusreplikation blockiert: die Priming-Reaktion der Polymerase, die reverse Transkription der prägenomischen RNA sowie die Synthese des positiven DNA-Strangs. Die Wirkung ist hochselektiv gegenüber HBV und zeigt nur eine geringe Affinität zu humanen DNA-Polymerasen.
Pharmakokinetik
Entecavir weist eine Bioverfügbarkeit von über 70% auf. Im Blut liegt der Wirkstoff zu 13% an Plasmaproteine gebunden vor. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich 138 Stunden. Entecavir wird zu ca. 70% renal eliminiert.
Indikationen
Darreichungsformen
Das Arzneimittel wird in Form von Lösungen oder Tabletten appliziert.
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit, Somnolenz, Ermüdung
- erhöhte Leberwerte
- Störungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe
- Dyspepsie
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
- Laktasemangel, Fruktoseintoleranz und Galaktoseintoleranz (abhängig von der Formulierung)
- Stillzeit