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Enchondrom

Englisch: enchondroma

1 Definition

Unter einem Enchondrom versteht man einen knorpeligen Tumor (Chondrom), der vor allem in den Diaphysen der Phalangen oder in den Metaphysen der langen Röhrenknochen zu finden ist.

2 Epidemiologie

Männer und Frauen sind von Enchondromen gleichhäufig betroffen, wobei das Enchondrom der zweithäufigste benigne Knochentumor ist.

3 Lokalisation

Enchondrome finden sich in etwa 60% der Fälle in den langen Röhrenknochen der Finger (60 %). Seltener findet man sie im Bereich der Fußknochen, des Femurs, des Humerus oder in den Beckenknochen.

Die Lokalisation gibt einen Hinweis auf die Möglichkeit der malignen Entartung. Stammnahe Enchondrome (insbesondere des Beckens) sollen eine höhere Entartungswahrscheinlichkeit besitzen.

4 Ätiopathogenese

Man geht davon aus, dass Reste der Epiphysenfugen in den Metaphysen zum Enchondrom führen.

5 Klinik

Während die in den Metaphysen der langen Röhrenknochen zu findenden Enchondrome häufig keinerlei Symptome verursachen, können die Enchondrome in den Phalangen zu Schmerzen führen. Pathologische Frakturen sind möglich.

6 Bildgebung

Ein Röntgenbild führt zur Diagnose. Um andere Tumoren auszuschließen, wird häufig noch eine Computertomographie (CT) angefertigt.

Radiologisch zeigen sich Enchondrome meist als zentral gelegene, scharf begrenzte, zystenähnliche Strukturen bzw. als Aufhellungen ohne Randsklerose, welche die Kortikalis von innen her ausdünnen und auftreiben. Häufig findet man "Popcorn-artige" Verkalkungen. Sie nehmen mit der Größe und dem Alter der Enchondrome zu.

Im MRT stellen sich Enchondrome auf T2-gewichteten Bildern als helle Zonen dar, in denen sich Verkalkungsareale darstellen.

Die Szintigrafie zeigt eine Nuklidspeicherung in den Läsionen, deren Ausmaß jedoch niedriger ist als bei malignen Knochentumoren. Da die Speicherung abhängig vom Ossifizierungsgrad ist, ist ein Vergleich mit dem Röntgenbefund notwendig. In der 3-Phasen-Szintigraphie findet man keine verstärkte Perfusion.

7 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an ein Chondrosarkom, an Riesenzelltumoren der Hand, sowie an die fibröse Dysplasie gedacht werden.

8 Therapie

Wenn das Enchondrom Schmerzen oder Frakturen verursacht, erfolgt eine Kürettage mit folgender Auffüllung durch Spongiosa. Bei asymptomatischen Enchondromen sollten nur regelmäßige, radiologische Kontrollen durchgeführt werden.

9 Prognose

Eine Entartung ist möglich, tritt in der Regel nur selten auf. Ein erhöhtes Risiko besteht bei der multiplen Chondromatose, auch als Morbus Ollier bezeichnet.

Fachgebiete: Orthopädie

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