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Defibrotid

Handelsname: Defitelio®
Englisch: defibrotide

1 Definition

Defibrotid ist ein Fibrinolytikum, das aus der Darmschleimhaut von Schweinen gewonnen wird. Therapeutisch genutzt wird der Arzneistoff bei der Behandlung der hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD). Diese kann in Folge einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation auftreten.

2 Struktur

Defibrotid ist eine aufgereinigte Mischung aus einzelsträngigen Oligodesoxyribonukleotiden.

3 Wirkmechanismus

Der Wirkmechanismus von Defibrotid ist nicht vollständig geklärt. Die VOD kennzeichnet sich durch Endothelschädigung, sowie einen prothrombotisch-hypofibrinolytischen Zustand aus. Defibrotid verstärkt die Aktivität des Gewebeplasminogenaktivators t-PA und vermindert die Aktivität des Plasminogen-Aktivator-Inhibitors 1 (PAI-1). Am Endothel soll Defibrotid die Zellen gegenüber toxischen Einflüssen schützen und dadurch eine Apoptose verhindern. Weiterhin soll die Expression der Heparanase gehemmt werden, wodurch die Integrität der extrazellulären Matrix erhalten bleibt.

4 Anwendung

Angewendet werden kann das Präparat bei Kindern ab einem Monat, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Applikation erfolgt durch intravenöse Infusion über zwei Stunden.

5 Dosierung

Die Dosierung erfolgt unter Berücksichtigung des Körpergewichts. Es werden alle 6 Stunden 6,25 mg/kgKG verabreicht, was einer Tagesdosis von 25 mg/kgKG entspricht.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

6 Nebenwirkungen

Während der Behandlung mit Defibrotid kann es zu Blutungen kommen. Zu beobachten sind:

7 Kontraindikationen

Bei Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder Hilfsstoffen ist die Anwendung kontraindiziert. Darüberhinaus ist die Kombination mit weiteren fibrinolytischen oder antithrombotischen Arzneimitteln nicht empfohlen.

8 Interaktionen

Eine Inhibition oder Induktion der CYP450-Enzyme durch Defibrotid liegt nicht vor.

9 Überdosierung

Überdosierungen können nicht durch ein spezifisches Antidot kompensiert werden.

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