DMPS-Test
Synonym: DMPS-Mobilisationstest
Definition
Der DMPS-Test ist ein umweltmedizinischer Mobilisationstest zum Nachweis einer chronischen Schwermetallbelastung. Er nutzt den Chelator DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure), um Metalle aus Gewebedepots zu mobilisieren und die anschließende Ausscheidung im Urin messbar zu machen.
Hintergrund
DMPS bildet mit verschiedenen Metallen wasserlösliche Komplexe. Die Komplexbildung ist in absteigender Affinität u.a. für Zink, Kupfer, Arsen, Quecksilber, Blei, Zinn, Eisen, Cadmium, Nickel und Chrom beschrieben. Diese Komplexe werden überwiegend über die Niere ausgeschieden und können im Urin analytisch erfasst werden.
Indikationen
Der Test wird zur Abklärung einer chronischen Schwermetallbelastung eingesetzt, z.B. im Kontext einer möglichen Quecksilberbelastung durch Amalgamfüllungen.
Durchführung
Vor der Gabe wird Spontanurin gewonnen. Anschließend wird DMPS entweder langsam i.v. (z.B. 3 mg/kgKG) oder oral nüchtern (10 mg/kgKG) verabreicht. Nach Flüssigkeitsgabe (etwa 150 ml) wird erneut Spontanurin gesammelt (30–45 Minuten nach i.v.-Gabe, 2 Stunden nach oraler Gabe).
Die Ergebnisse des DMPS-Tests sind als Ausdruck einer pharmakologisch induzierten Mobilisation von Metallen aus zugänglichen Körperkompartimenten zu verstehen. Die gemessenen Urinkonzentrationen erlauben keine direkte Quantifizierung der Gesamtkörperlast und sind nicht mit Referenzwerten aus dem Spontanurin oder standardisierten Biomonitoringverfahren gleichzusetzen. Erhöhte Metallkonzentrationen nach DMPS-Gabe weisen auf eine erhöhte Mobilisierbarkeit hin, erlauben jedoch keine sichere Aussage zur Expositionsquelle oder zur klinischen Relevanz einer möglichen Belastung.
Kontraindikation
Der Test ist bei eingeschränkter Nierenfunktion (Serumkreatinin > 2,5 mg/dl) kontraindiziert.
Risiken
In seltenen Fällen sind flüchtige Hautreaktionen und Synkopen beschrieben.
Literatur
- Rheinisches Ärzteblatt: DMPS-Test ohne sicheren Nachweis, 01/2015
- Medizinisches Labor Bremen: DMPS-Test, zuletzt abgerufen am 02.02.2026