Cyclospora cayetanensis
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LoslegenEnglisch: Cyclospora cayetanensis
Definition
Cyclospora cayetanensis ist ein einzelliger Parasit aus der Gruppe der Apicomplexa. Er ist der Erreger der Cyclosporiasis, einer fäkal-oral übertragenen Darmerkrankung des Menschen, die mit starker Diarrhö einhergeht.
Systematik
- Domäne: Eukaryota
- Klade: SAR
- Klade: Alveolata
- Phylum: Apicomplexa
- Klasse: Conoidasida
- Ordnung: Eucoccidiorida
- Familie: Eimeriidae
- Gattung: Cyclospora
- Art: Cyclospora cayetanensis
- Gattung: Cyclospora
- Familie: Eimeriidae
- Ordnung: Eucoccidiorida
- Klasse: Conoidasida
- Phylum: Apicomplexa
- Klade: Alveolata
- Klade: SAR
Erreger
Cyclospora cayetanensis ist ein obligat intrazellulärer Parasit, dessen ungeschlechtliche (Schizogonie) und geschlechtliche (Gametogonie) Entwicklungsstadien im Darmepithel des Menschen ablaufen. Männliche Mikrogamonten besitzen zwei Flagellen, weibliche Makrogameten enthalten sogenannte wandbildende Körperchen. Die entstehenden Oozysten werden unsporuliert mit dem Stuhl ausgeschieden und sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht infektiös.[1] Der Mensch gilt bislang als einziger bekannter Wirt; ein natürliches Tierreservoir konnte trotz vereinzelter Nachweise in Fäzes verschiedener Tierarten bisher nicht eindeutig bestätigt werden.
Übertragung
Die Sporulation der Oozysten – die Ausreifung zum infektiösen Stadium – findet außerhalb des Wirts in der Umwelt statt und benötigt je nach Temperatur und Feuchtigkeit mehrere Tage bis Wochen. Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist daher unwahrscheinlich.[2]
Die Infektion erfolgt überwiegend über:
- kontaminiertes Trinkwasser
- mit fäkal belastetem Wasser bewässertes oder gewaschenes rohes Gemüse und Obst (z.B. Basilikum, Koriander, Beeren, Blattsalate)
- kontaminierte Böden
Frisches Obst und Gemüse gilt weltweit als wichtigste Infektionsquelle für Ausbrüche, insbesondere bei Import aus Endemiegebieten.[3]
Epidemiologie
Die Cyclosporiasis kommt weltweit vor, mit einer ausgeprägten Saisonalität, die je nach Region unterschiedlich ausfällt. In Endemiegebieten (u. a. Teile Lateinamerikas, Südostasiens und Afrikas) sind vor allem Kinder, Reisende und immunsupprimierte Personen betroffen. In Industrieländern treten Erkrankungen sowohl reiseassoziiert als auch im Rahmen lebensmittelbedingter Ausbrüche bei Personen jeden Alters auf.[2] Die tatsächliche globale Krankheitslast wird als unterschätzt eingeschätzt, da zuverlässige epidemiologische Daten insbesondere aus einkommensschwachen Regionen fehlen.[4]
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel etwa eine Woche. Charakteristisch ist eine wässrige, schwallartige, teils remittierende Diarrhö, die von folgenden Beschwerden begleitet sein kann:
- Bauchkrämpfe
- Nausea und Appetitlosigkeit
- Blähungen
- Gewichtsverlust
- subfebrile Temperaturen
- ausgeprägte Erschöpfung
Bei immunkompetenten Personen verläuft die Erkrankung meist selbstlimitierend über einige Tage bis wenige Wochen. Bei immunsupprimierten Patienten, etwa im Rahmen einer HIV-Infektion, kann die Diarrhö protrahiert oder chronisch-rezidivierend verlaufen und selten extraintestinale Organe befallen.[4]
Unbehandelt kann sich die Symptomatik über Wochen hinziehen und remittierend-rezidivierend verlaufen, bevor es zur Spontanheilung kommt.
Als seltene postinfektiöse Komplikation ist eine reaktive Arthritis beschrieben.[5]
Diagnostik
Der Nachweis erfolgt aus dem Stuhl. Da die Oozysten mit konventionellen Anreicherungsverfahren leicht übersehen werden, kommen folgende Methoden zum Einsatz:
| Methode | Prinzip | Anmerkung |
|---|---|---|
| Modifizierte Ziehl-Neelsen-Färbung | säurefeste Anfärbung der Oozystenwand | Standardmethode in der Mikroskopie |
| UV-Fluoreszenzmikroskopie | Autofluoreszenz der Oozysten unter UV-Licht | schnelle orientierende Untersuchung |
| PCR | Nachweis parasitärer DNA aus Stuhlproben | hohe Sensitivität und Spezifität, zunehmend Methode der Wahl |
Die Oozysten sind mit einem Durchmesser von etwa 8–10 µm größer als die morphologisch ähnlichen Cryptosporidien-Oozysten, was die mikroskopische Abgrenzung erleichtert.[2]
Therapie
Therapie der Wahl ist Trimethoprim/Sulfamethoxazol über 7–10 Tage. Bei Sulfonamidallergie oder -unverträglichkeit stehen nur eingeschränkt wirksame Alternativen zur Verfügung;
Prognose
Bei immunkompetenten Personen ist die Prognose gut. Bei immunsupprimierten Patienten besteht ein Risiko für einen protrahierten oder chronisch-rezidivierenden Verlauf mit relevantem Flüssigkeits- und Gewichtsverlust.[2]
Prävention
Präventive Maßnahmen zielen auf die Unterbrechung der fäkal-oralen Übertragungskette ab:
- sorgfältiges Waschen von rohem Obst und Gemüse
- Verwendung von unbedenklichem Trink- und Bewässerungswasser
- Einhaltung hygienischer Standards beim Anbau, der Ernte und Verarbeitung von Frischware
- Vermeidung des Konsums potenziell kontaminierter Lebensmittel in Endemiegebieten
Eine Impfung existiert derzeit (2026) nicht.
Quellen
- ↑ Dubey JP, Khan A, Rosenthal BM. Life Cycle and Transmission of Cyclospora cayetanensis: Knowns and Unknowns. Microorganisms. 2022;10(1):118.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Almeria S, Cinar HN, Dubey JP. Cyclospora cayetanensis and Cyclosporiasis: An Update. Microorganisms. 2019;7(9):317.
- ↑ Li J, Wang Z, Karim MR, Zhang L. Detection of human intestinal protozoan parasites in vegetables and fruits: a review. Parasit Vectors. 2020;13(1):380.
- ↑ 4,0 4,1 Giangaspero A, Gasser RB. Human cyclosporiasis. Lancet Infect Dis. 2019;19(7):e226-e236.
- ↑ Zeidler H, Hudson AP. Reactive Arthritis Update: Spotlight on New and Rare Infectious Agents Implicated as Pathogens. Curr Rheumatol Rep. 2021;23(7):53.