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Circoviridae

von lateinisch: circulus - Kreis
Synonym: Cirocviren
Englisch: circoviridae

1 Definition

Die Circoviridae sind eine Familie von z.T. tierpathogenen Viren, deren Vertreter ein Genom aus zirkulär geschlossener, einzelsträngiger DNA (ssDNA) aufweisen.

2 Taxonomie

Die Familie Circoviridae besteht aus zwei Gattungen mit über 80 verschiedenen Arten:[1]

Die Gattung Gyrovirus wurde damals zu den Circoviridae gezählt, gehört jedoch inzwischen (2019) zu den Anelloviridae. Diese Virusfamilie umfasst ebenfalls tierpathogene Viren mit zirkulärer ssDNA.

3 Eigenschaften

3.1 Morphologie

Der Morphologie des Virions ist nur für einige Circoviren bekannt: Es besitzt ein ikosaedrisch aufgebautes Kapsid, das ca. 15 bis 25 nm groß ist und aus 12 pentamerischen Strukturen besteht. Circoviridae gehören somit zu den kleinsten bekannten tierpathogenen Viren. Sie besitzen keine Virushülle.[2]

Virionen von Cycloviren konnten bisher (2019) nicht nachgewiesen werden.

3.2 Genom

Circoviridae besitzen eine zirkulär geschlossene, einzelsträngige DNA mit ambisense-Polarität. Sie beinhaltet zwei offene Leserahmen (ORFs), die für das Replikation-assoziierte Protein (Rep) und das Kapsidprotein (Cp) kodieren. Die Genomgröße beträgt ca. 1,7 bis 3,8 kbp.

4 Rolle als Krankheitserreger

Circoviridae kommen weltweit vor. Vertreter der Gattung Circovirus konnten bisher bei Säugetieren, Fischen und Vögeln, Cycloviren zusätzlich auch bei Arthropoden nachgewiesen werden.

4.1 Circoviren

Infektionen mit PCV-1 und PCV-2 finden sich bei Schweinen, während BFDV-Infektionen insbesondere bei Papageinvögeln vorkommen. Eine vertikale Transmission ist möglich, meist findet jedoch eine fäkal-orale Übertragung statt. Infektionen verlaufen meist subklinisch, wobei granulomatöse Entzündungen und Immundefizienzen möglich sind.

Zu den mit Circoviren assoziierten Erkrankungen zählen z.B.:

Mittlerweise existieren Impfstoffe und Impfläne gegen PCV-2.

4.2 Cycloviren

Die DNA von Cycloviren konnte beim Menschen z.B. in Stuhlproben gefunden werden.[3] Bei einigen Patienten mit unklarer Paraplegie oder zentralnervöser Infektion erfolgte auch ein Nachweis im Liquor.[4][5] Weiterhin fanden sich Cycloviren in nasopharyngealen Aspiraten bei Kindern mit respiratorischen Infekten.[6] Das natürliche Wirtsreservoir und die kausale Rolle als Krankheitserreger verbleiben jedoch aktuell (2019) unklar.

5 Literatur

  • Susanne Modrow, Dietrich Falke, Uwe Truyen, Hermann Schätzl (2010): Molekulare Virologie. 3. Auflage, Spektrum

6 Quellen

  1. ICTV-Taxonomie, abgerufen am 25.10.2019
  2. ICTV Circoviridae, abgerufen am 25.10.2019
  3. Li L et al. Multiple diverse circoviruses infect farm animals and are commonly found in human and chimpanzee feces, J Virol. 2010 Feb;84(4):1674-82, abgerufen am 25.10.2019
  4. Smits SL et al. Novel cyclovirus in human cerebrospinal fluid, Malawi, 2010-2011, Emerg Infect Dis. 2013;19(9), abgerufen am 25.10.2019
  5. Tan le V et al. Identification of a new cyclovirus in cerebrospinal fluid of patients with acute central nervous system infections, MBio. 2013 Jun 18;4(3):e00231-13, abgerufen am 25.10.2019
  6. Phan TG et al. Cyclovirus in nasopharyngeal aspirates of Chilean children with respiratory infections, J Gen Virol. 2014 Apr;95(Pt 4):922-7, abgerufen am 25.10.2019

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