Cenobamat
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LoslegenHandelsnamen: Xcopri® (USA), Ontozry (EU)
Englisch: cenobamate
Definition
Cenobamat ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Antikonvulsiva.
Chemie
Die Summenformel von Cenobamat lautet C10H10ClN5O2. Es besitzt eine molare Masse von 267,67 g/mol.
Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus von Cenobamat ist noch (2026) nicht vollständig aufgeklärt. Man geht davon aus, dass Cenobamat sowohl ein Natriumkanal-Blocker ist, als auch präsynaptisch GABA freisetzt. Die Bindestelle am Natriumkanal ist jedoch eine andere als bei den üblichen Natriumkanal-Blockern.
Indikationen
Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg pro Tag. Einzelne Patienten können auch eine Dosis von 400 mg täglich benötigen. Wichtig ist eine langsame Auftitration des Wirkstoffs.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen zählen Somnolenz, Koordinations- und Gangstörungen sowie Kopfschmerzen.
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Neurologisch/kognitiv: Dysarthrie, Nystagmus, Aphasie und eingeschränktes Erinnerungsvermögen
- Psychiatrisch: Verwirrtheitszustände und Reizbarkeit
- Okulär: Diplopie und verschwommenes Sehen
- Gastrointestinal: Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit und erhöhte Leberenzyme
- Dermatologisch: Hautausschlag
Darüber hinaus kann es zu einer QT-Zeit-Verkürzung kommen. Gelegentlich treten Überempfindlichkeitsreaktionen und Suizidgedanken auf. In seltenen Fällen können ein DRESS-Syndrom oder ein Leberschaden auftreten.
Kontraindikation
Klinische Studien
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cenobamat zur Therapie von unkontrollierten fokalen Anfällen wurde unter anderem in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 437 Patienten aus 107 Zentren in 16 Ländern durchgeführt. Die Studienteilnehmer waren zwischen 18 und 70 Jahren alt und zeigten eine Epilepsie mit fokalen Anfällen trotz Therapie mit ein bis drei Antikonvulsiva. Insgesamt zeigte sich ein dosisabhängiger Effekt von Cenobamat. So ging die Rate der Anfälle bei einer Dosierung von 100 mg Cenobamat um 35,5 % im Vergleich zum zuvor ermittelten Ausgangswert zurück. Bei einer Dosierung von 200 mg oder 400 mg Cenobamat betrug die Anfallsreduktion jeweils 55 %. In der Placebogruppe konnte eine 24 %-ige Reduktion der Anfälle im Vergleich zum Ausgangswert ermittelt werden.[1]
Zulassung
Die FDA hat Cenobamat von SK Life Science Ende November 2019 zugelassen. In der Europäischen Union ist Cenobamat seit März 2021 als Zusatztherapie fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei erwachsenen Epilepsiepatienten zugelassen, die trotz vorheriger Behandlung mit mindestens zwei Antiepileptika nicht ausreichend kontrolliert sind.
Quelle
- ↑ Krauss et al. Safety and efficacy of adjunctive cenobamate (YKP3089) in patients with uncontrolled focal seizures: a multicentre, double-blind, randomised, placebo-controlled, dose-response trial, The Lancet Neurology, Volume 19, Issue 1, P38-48, January 01, 2020