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Beschälseuche (Pferd)

(Weitergeleitet von Beschälseuche (Veterinärmedizin))

Synonym: Dourine
Englisch: dourine, covering sickness

1 Definition

Als Beschälseuche bezeichnet man eine ausschließlich beim Deckakt übertragene Infektion beim Pferd, welche durch das Protozoon Trypanosoma brucei equiperdum ausgelöst wird.

2 Erreger

Der Erreger Trypanosoma brucei equiperdum aus der Gattung Trypanosoma hat in Mitteleuropa derzeit (2020) keine Bedeutung mehr. In Afrika oder Asien finden jedoch weiterhin vermehrt Infektionen mit dem Erreger statt. Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Jahre.

3 Pathogenese

Die Übertragung findet ausschließlich beim Deckakt durch Kontakt mit Samen, Genitalsekret oder Hautveränderungenstatt. Die Erkrankung zählt somit zu den klassischen Deckinfektionen des Pferdes. Die Übertragung erfolgt meist vom Hengst auf die Stute, seltener umgekehrt.

Nach der Infektion kommt es zur einer lokalen Vermehrung des Erregers mit anschließender Parasitämie und Eindringen des Einzellers in das zentrale Nervensystem.

4 Klinik

Die Symptomatik der Beschälseuche ist unter anderem abhängig von der Virulenz des Erregers, dem Ernährungszustand des Tiers und etwaigen anderen belastenden Stresssituationen. Es können drei verschiedene Erkrankungsphasen unterschieden werden:

  • Primärphase
  • Sekundärphase
  • Tertiärphase

4.1 Primärphase

Die Primärphase ist durch die Ausbildung von Ödemen an den Genitalien gekennzeichnet. Zusätzlich kann es zu mukopurulentem Ausfluss und Schleimhautvorfällen bei Stuten kommen.

4.2 Sekundärphase

In der Sekundärphase kommt es zu Ulzerationen und nachfolgender Depigmentierung der Genitalien, des Perineums und des Euters. Diese Hautveränderungen werden auch als Krötenflecken bezeichnet. Zusätzlich ist das Auftreten von Aborten bei virulenten Stämmen möglich.

Pathognomonisch sind in dieser Phase Hautödeme (auch Talerflecke genannt), die meist 3 bis 8 Tage lang andauern.

4.3 Tertiärphase

In der Tertiärphase finden sich neurologische Ausfallserscheinungen. Die Pferde können in der chronischen Phase außerdem an unspezifischen Krankheitszeichen wie Anämie, intermittierendes Fieber und Abmagerung leiden.

5 Diagnostik

Die Diagnostik der Beschälseuche erweist sich aufgrund folgender Aspekte als schwierig:

Die Diagnostik stützt sich daher auf die typische klinische Symptomatik in Kombination mit einem positiven serologischen Antikörpernachweis.

6 Therapie

Derzeit (2020) gibt es für die Beschälseuche keine Kausaltherapie. Eine Tötung des Tieres wird teilweise amtstierärztlich vorgeschrieben. In nicht-endemischen Ländern ist ein Therapieversuch häufig verboten, da dieser zwar oft zur klinischen Heilung, jedoch nicht zur Erregerelimination führt.

7 Literatur

  • Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.
  • Univ. Prof. Dr. Anja Joachim. Vorlesung Tierseuchen und Tierseuchenbekämpfung. EWG 14. Institut für Parasitologie. 2017.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. März 2020 um 13:49 Uhr bearbeitet.

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