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Spasmolytikum

(Weitergeleitet von Antispasmodikum)

Synonym: Antispasmodikum
Englisch: antispasmodic

1 Definition

Spasmolytikum ist ein Oberbegriff für Arzneistoffe, die krampflösend wirken. Es handelt sich dabei um keine einheitliche Substanzklasse, sondern um verschiedene Substanzen, deren gemeinsames Merkmal es ist, den Tonus der glatten Muskulatur herabzusetzen.

Arzneistoffe, die den Tonus der Skelettmuskulatur reduzieren, nennt man Muskelrelaxantien.

2 Substanzen

2.1 Einteilung

Nach ihrem Erfolgsorgan kann man neurotrope Spasmolytika, welche die Rezeptoren des Nervensystems beeinflussen und myotrope Spasmolytika, welche direkt auf die glatte Muskulatur einwirken, unterscheiden. Neurotrope Spasmolytika kann man weiter in Parasympatholytika und Sympathomimetika differenzieren.

2.2 Parasympatholytika

Parasympatholytika bewirken eine kompetitive Hemmung der muskarinergen Acetylcholinrezeptoren. Sie setzen dadurch die Kontraktionsbereitschaft der glatten Muskulatur herab. An Erfolgsorganen mit geringem cholinergen Tonus haben sie nur eine schwache Wirkung.

Zu den Parasympatholytika gehören u.a.:

2.3 Sympathomimetika

Sympathomimetika aktivieren die Adrenorezeptoren und aktivieren dadurch das sympathische Nervensystem. Man unterscheidet zwei Klassen von Adrenorezeptoren, die α- und die β-Rezeptoren. Diese Rezeptoren vermitteln zum Teil antagonistische Wirkungen. Die Aktivierung von α-Rezeptoren führt im Bronchialsystem zur Kontraktion der glatten Muskulatur, während β-Rezeptoren eine Relaxation bewirken. Als Spasmolytika werden nur Stoffe verwendet, die eine selektive Wirkung auf β-Rezeptoren haben.

Beispiele für Beta-Sympathomimetika sind:

2.4 Myotrope Spasmolytika

Myotrope Spasmolytika beeinflussen auf direktem Weg die glatten Muskelzellen. Zu ihnen zählen unter anderem Papaverin und seine Abkömmlinge (z.B. Moxaverin). Im erweiterten Sinn kann man auch organische Nitrate und Kalziumantagonisten (z.B. Nifedipin) zu den myotropen Spasmolytika zählen.

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