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Angiostrongylus vasorum

von altgriechisch: angeion - Gefäß; strongylos - rund, zylindrisch

1 Definition

Angiostrongylus vasorum ist ein Parasit aus der Familie Angiostrongylidae und Erreger der Angiostrongylose des Hundes.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die Männchen sind zwischen 14 und 18 mm, die Weibchen zwischen 18 und 24 mm lange Nematoden. Unter dem Lichtmikroskop erscheinen die Parasiten rötlich, wobei beim Weibchen um den Uterus ein deutlich mit Blut gefüllter Darm gewunden ist. Die Männchen sind mit einer kleinen Bursa copulatrix ausgestattet.

Die Erstlarve (L1) ist etwa 310 bis 400 µm lang. Das Hinterende ist mit einem dorsalen Dorn versehen.

4 Entwicklung

Die adulten Parasiten leben in der Arteria pulmonalis und im rechten Herzen. Die bei der Ablage noch ungefurchten Eier werden in die Lungenkapillaren geschwemmt, wo sich die Erstlarve entwickelt. Anschließend wandern die Larven in die Alveolen, werden hochgeflimmert und über den Pharynx abgeschluckt. Nach der Magen-Darm-Passage werden sie mit dem Kot ausgeschieden.

Damit die Larven ihre Entwicklung fortsetzen können, müssen sie in Schnecken als Zwischenwirte eindringen. Binnen drei Wochen erreichen sie dann das 3. Larvenstadium (L3). Geeignete Endwirte infizieren sich durch die Aufnahme von mit Drittlarven befallenen Zwischenwirte. Nach der peroralen Infektion dringen die Larven in die Darmwand des Wirtes ein und gelangen dann über die mesenterialen Lymphknoten und das rechte Herz als präadulte Stadien in die Lungenarterien.

Die Präpatenz beträgt zwischen 6 und 7 Wochen, die Patenz kann bis zu 5 Jahre dauern.

5 Vorkommen

Angiostrongylus vasorum kommt bei Füchsen sowie anderen Caniden in Europa, Asien, Afrika und auch in Südamerika vor.

6 Epidemiologie

In Europa weisen bis zu 40 % der Rotfüchse einen Angiostrongylus vasorum-Befall auf. Größere Endemiegebiete - in denen auch oftmals Haushunde infizieren sind - bestehen in Süd- und Südwestfrankreich, Dänenmark, im Süden Englands, in Wales, in der Schweiz und auch im oberen Rheingraben.

Epidemiologischen Untersuchungen zufolge nimmt die Verbreitung stetig zu.

7 Klinik

Die herumwandernden Larven verursachen punktförmige Hämorrhagien (während sie die Alveolenwand durchdringen). Sowohl die Eier als auch die Larven und adulten Parasiten führen zu Thrombosierung und Obliteration von Lungenarterien.

Im Sektionsbild erscheinen die granulomatösen Reaktionen um die Obliterationen als multiple, teils speckig wirkende Knoten im Parenchym, die bis zu walnussgroß werden können. Schwere Infektionen führen regelmäßig zu einer Verbrauchskoagulopathie mit Mikrothrombenbildung und hämorrhagischen Diathesen. Als Folge der Lungenveränderungen treten Rechtsherzdilatation, Blutrückstau und Aszites auf. Klinisch treten erkrankte Tiere v.a. durch Husten, Dyspnoe, Erbrechen, Konditionsmängel, Abmagerung, Anämie und teilweise auch durch Fieber in Erscheinung.

In seltenen Fällen können nervöse Störungen beobachtet werden (Muskelzittern, ataktischer Gang, Schwindel bis hin zu epileptiformen Anfällen). Die neurologischen Symptome sind die Folge zerebraler Hypoxie bei chronischer Kardiomyopathie. Ebenso können sie auch durch systemische Streuung larvaler Stadien (z.B. ins ZNS) ausgelöst werden.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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