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Zungenschwellung

Synonym: Zungenödem
Englisch: tongue swelling, tongue (o)edema

1 Definition

Unter dem Begriff Zungenschwellung versteht man die ödematöse Vergrößerung der Zunge, die häufig akut auftritt und rezidiviert.

2 Ätiopathogenese

Eine Zungenschwellung kann verschiedene Ursachen haben.

2.1 Hereditäres angioneurotisches Ödem

Das hereditäre angioneurotische Ödem beruht auf einem quantitativen oder funktionellen Mangel des C1-Esterase-Inhibitors (C1-INH). Der Mangel an C1-Esterase-Inhibitor führt z.B. bei Infektionen oder auch durch Traumen zu einer Schwellung der Zunge. Zusätzlich kann u.a. eine Schwellung der Lippen und des Larynx beobachtet werden. Eine Schwellung der Schleimhaut des Darms kann zu einem akuten Abdomen führen.

2.2 Quincke-Ödem

Beim Quincke-Ödem ist die Ursache der Schwellung nicht genau bekannt. Psychische und physische Traumen fördern die Entstehung.

2.3 Allergie

Bei einer Allergie gegen Nahrungsmittel ist ebenfalls eine Zungenschwellung möglich. Die Schwellung kann aber auch als Fernreaktion bei Kreuzallergie zwischen Pollen und Lebensmitteln auftreten.

2.4 Medikamente

Auch eine Therapie mit ACE-Hemmern kann zu einer allergischen Zungenschwellung führen.

3 Diagnostik

Die Diagnostik ist abhängig von der Verdachtsdiagnose. Wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht, sollte eine ausführliche Anamnese erhoben und eine Allergiediagnostik (z.B. Prick-Test, Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern im Blut) durchgeführt werden.

Bei Verdacht auf ein hereditäres angioneurotisches Ödem wird die Menge des C1-Esterase-Inhibotors sowie die Komplementfaktoren 2 und 4 im Blut bestimmt.

Wenn ein Quincke-Ödem vermutet wird, sollten eine ausführliche Anamnese und ggf. weitere Untersuchungen (Allergiediagnostik, mikrobiologische Diagnostik, Laboruntersuchungen) erfolgen.

4 Therapie

Das Quincke-Ödem wird mit Kortikosteroiden und Antihistaminika behandelt.

Beim hereditären angioneurotischen Ödem kann im akuten Stadium der C1-Esterase-Inhibitor zugeführt werden. Testosteron kann prophylaktisch wirken.

Bei einer allergisch bedingten Zungenschwellung wirken Antihistaminika prophylaktisch und symptomatisch. Kortikosteroide und Adrenalin werden als Akutherapie eingesetzt. Eine Allergenkarenz ist - soweit durchführbar - obligat.

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