Zügelplastik
Definition
Die Zügelplastik ist ein augenchirurgischer Eingriff zur Korrektur eines erschlafften oder fehlgestellten Augenlids, bei dem das Lid seitlich gestrafft und wieder fest am Augenwinkel verankert wird. Dadurch liegt es korrekt am Augapfel an und schließt sich normal.
Terminologie
In der Augenheilkunde ist mit "Zügelplastik" überwiegend die laterale Zügelplastik zur Unterlidstraffung gemeint (entspricht dem "lateral tarsal strip"). Der laterale Unterlidanteil wird dabei funktionell "wie an einem Zügel" in physiologischer Position gehalten. Der Begriff "Zügelplastik" kann in anderen chirurgischen Kontexten auch für Zügel-/Sling-ähnliche Aufhängungen verwendet werden.
Hintergrund
Eine suffiziente Lidstellung ist Voraussetzung für den Schutz der Hornhaut und eine stabile Tränenfilmverteilung. Mit zunehmendem Alter, nach Entzündungen, Narbenbildung oder bei Fazialisparese kann es zu einer horizontalen Liderschlaffung und zu Fehlstellungen kommen. Typische Folgen sind Epiphora, Bindehautreizung, Expositionsbeschwerden sowie, bei vorliegendem Entropium, mechanische Hornhautreizung durch Wimpernkontakt.
Indikationen
- Ektropium
- Entropium
- symptomatische Lidlaxität mit funktionellen Beschwerden
- paralytische Lidfehlstellungen im Rahmen einer Fazialisparese
Technik
Der laterale tarsale Streifen (Anteil des Lidknorpels/Unterlidtarsus) wird präpariert, verkürzt und am Periost der lateralen Orbitakante bzw. im Bereich des lateralen Lidwinkels fixiert.
Je nach Befund kann die Zügelplastik mit weiteren Schritten kombiniert werden, z.B. mit:
- zusätzliche Straffung der Lidretraktoren,
- Korrekturen der Lidkante,
- Haut- bzw. Narbenkorrekturen,
- oder Maßnahmen zur Verbesserung des Lidschlusses bei Parese.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen umfassen:
- Unter- oder Überkorrektur (persistierende oder neue Lidfehlstellung)
- temporäre Asymmetrien des lateralen Lidwinkels
- Hämatom, Schwellung, Wundheilungsstörung
- lokales Fremdkörpergefühl oder Zuggefühl
- Infektionen oder Narbenbildung (selten)