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Winterdysenterie (Rind)

Synonyme: Bovine Coronavirus-Infektion, BCoV-Infektion
Englisch: winter dysentery

1. Definition

Die Winterdysenterie ist eine Infektionskrankheit junger Rinder, die mit Fieber und Durchfall einhergeht und häufig selbstlimitierend verläuft.

2. Erreger

Die Auslöser sind noch (2021) nicht vollständig bekannt. Vermutlich ist das bovine Coronavirus (BCoV) verantwortlich. Eine Beteiligung des Bredavirus sowie des bovinen Virusdiarrhö-Virus (BVDV) wird ebenso diskutiert.

3. Epidemiologie

Die Winterdysenterie tritt gehäuft nach Temperatur- und Luftdruckstürzen (in den Wintermonaten) sowie nach der Verfütterung von minderwertigem Futter auf. Die Erkrankung entwickelt sich meistens explosionsartig und kann innerhalb von einer oder zwei Wochen bis zu 100 % der jüngeren erwachsenen Rinder (bis zu einem Alter von 3 Jahren) einer Herde erfassen.

Einige Autoren vermuten, dass v.a. Rinder und Jungkühe erkranken, die als Kälber keine stille BCoV-Infektion durchgemacht haben. Die Letalität liegt maximal bei 10 %.

4. Pathogenese

Die Erregerausscheidung findet vorwiegend über den Kot und über Nasensekrete statt.

Die genauen Pathomechanismen sind noch unbekannt. Die Viren dringen jedoch in die Krypten des Dickdarms ein und verursachen schwere intestinale Läsionen. Es kommt zu profuser und dunkelroter (hämorrhagischer) Diarrhö mit Petechien in der Kolonschleimhaut.

5. Klinik

Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 8 Tagen kommt es initial zu einer kurzen Fieberphase, begleitet von Anorexie, Apathie, Augen- sowie Nasenausfluss und Husten. Betroffene Tiere leiden an dunkelgrünem bis schwärzlichen Durchfall, der oftmals Blut sowie Blutkoagula enthält. In schweren Fällen ist der Kot dunkelrot gefärbt.

Zusätzlich stellt sich ein drastischer Rückgang der Milchleistung ein (durchschnittlich 50 % Einbußen), der ein bis zwei Wochen lang anhält.

6. Differenzialdiagnosen

7. Diagnose

Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus dem klinischen Bild sowie durch den Ausschluss möglicher Differenzialdiagnosen. Die Diagnose wird letztendlich mittels direktem Erregernachweis aus Kot oder Nasensekret bestätigt.

8. Therapie

Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen selbstlimitierend. Bei schweren Krankheitsverläufen sind unterstützende Maßnahmen (z.B. parenterale Flüssigkeitssubstitution u.ä.) indiziert.

9. Quelle

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21.03.2024, 09:13
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