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Voretigen-Neparvovec

Handelsname: Luxturna®
Englisch: voretigene neparvovec

1 Definition

Voretigen-Neparvovec ist eine In-vivo-Gentherapie zur Behandlung der Leberschen kongenitalen Amaurose (LCA). Sie nutzt einen viralen Vektor als Transportvehikel, um cDNA in genetisch kompromittierte Retinazellen einzuschleusen.

2 Hintergrund

Bei der Leberschen kongenitalen Amaurose liegt ein Stoffwechseldefekt der Pigmentepithelzellen der Netzhaut vor. In diesen Zellen wandelt das Pigmentepithel-spezifische 65-Kilodalton-Protein (RPE65) all-trans-Retinol enzymatisch in 11-cis-Retinol um. Letzteres wird im Sehzyklus zum Chromophor 11-cis-Retinal umgewandelt. Diese Umsetzungsreaktionen sind die Basis für die biologische Umwandlung von Photonen in elektrische Signale.

Mutationen im RPE65-Gen führen zu einer verringerten oder fehlenden RPE65-Aktivität. Das führt zu einer Blockade des Sehzyklus und damit zu einem Sehverlust. Die mangelnde Enzymaktivität löst darüber hinaus eine Akkumulation von toxischen Zwischenprodukten aus. Sie führen zu einer Apoptose der Pigmentepithelzellen und konsekutiv zum Zelltod der Photorezeptoren.

3 Wirkmechanismus

Voretigen-Neparvovec enthält Adeno-assoziierte Viren vom Serotyp 2 (AAV2). Die Viren fungieren als Vektor, der cDNA, die das normale humane RPE65-Protein codiert, durch Transduktion in die Pigmentepithelzellen einbringt (Gen-Augmentation). Dadurch können die Zellen ihre physiologische Funktion wieder aufnehmen, was das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt.

4 Indikation

5 Darreichungsform

6 Dosierung

Die Dosierung beträgt eine Einzeldosis von 1,5 x 1011 Vg Voretigen-Neparvovec pro Auge. Jede Dosis wird in einem Gesamtvolumen von 0,3 ml in den subretinalen Raum verabreicht.

7 Nutzenbewertung

Voretigen-Neparvovec ist als Orphan Drug zugelassen. Gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V gilt der Zusatznutzen durch die Zulassung als belegt.

8 Kosten

Die Kosten für eine einmalige Behandlung beider Augen liegen bei rund 850.000 US$.[1]

9 Quellen

  1. Luxturna von Novartis. Gentherapie gegen erblich bedingte Augenerkrankung in der EU zugelassen. DAZ.online, abgerufen am 27.2.2019

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Fachgebiete: Pharmakologie

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