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Uterusbiopsie (Pferd)

Synonym: Gebärmutterbiopsie
Englisch: uterine biopsie

1 Definition

Als Uterusbiopsie bezeichnet man einen minimal-invasiven Eingriff beim Pferd, der dazu dient, Gewebeproben aus dem Uterus zu entnehmen. Diese können anschließend z.B. histopathologisch beurteilt werden.

2 Indikation

Die Durchführung einer Uterusbiopsie ist in verschiedenen Fällen indiziert:

Uterusbiopsien dienen der Diagnostik möglicher krankhafter Prozesse und zur Prognosestellung der zukünftigen Fruchtbarkeit der Stute.

3 Technik

Vor der Durchführung einer Uterusbiopsie muss in jedem Fall eine Trächtigkeit der Stute ausgeschlossen werden, um diese nicht durch das Penetrieren der Zervix zu gefährden.

Durch die vorhergehende gründliche Reinigung der Vulva und des Anus mittels Jodseife sollte eine möglichst saubere Umgebung geschaffen werden. Der Untersucher führt dann die geschlossene Biopsiezange unter der mit einem Rektalhandschuh geschützten Hand in die Vagina ein. Danach wird ein Finger in den Zervikalkanal vorgeschoben, wobei anschließend auch das Biopsiegerät unter Fingerschutz bis in das Corpus uteri eingeführt wird.

Die Hand des Untersuchers wird aus der Vagina herausgenommen, mit Gleitmittel befeuchtet und dann in das Rektum eingeführt. Anschließend wird das vordere Ende des Biopsiegerätes von rektal aus ertastet und im Bereich der Gebärmutterhornbasis positioniert. Die Zange wird dann mit Hilfe der sich außerhalb des Rektums befindlichen Hand um 90° gedreht und geöffnet. Vom Rektum aus wird eine Schleimhautfalte zwischen die beiden Schenkel der Zange gedrückt, worauf die Zange fest verschlossen wird. Danach kann die Zange wieder aus dem Uterus gezogen werden.

Das Biopsat wird in eine Fixierlösung (4 bis 8%iges Formaldehyd) eingelegt und an ein entsprechendes Labor geschickt.

4 Befunde

Die wichtigsten histopathologischen Veränderungen des Endometriums, die mithilfe einer Uterusbiopsie diagnostiziert werden können, sind:

Um mithilfe der Uterusbiopsie eine Fertilitätsprognose zu erstellen, wird in vielen Fällen das Schema nach Kenney und Doig (1986) verwendet. Dadurch wird in Abhängigkeit von den Ergebnissen der histologischen Untersuchungen der Befund einer von vier Kategorien zugeordnet. Diese entsprechen in absteigender Reihenfolge den jeweiligen Wahrscheinlichkeiten, dass die Stute tragend wird und ein lebendes Fohlen zur Welt bringt.

5 Literatur

  • Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.

Diese Seite wurde zuletzt am 6. April 2020 um 18:04 Uhr bearbeitet.

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