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Type and screen

Synonym: group and screen

1 Definition

Type and screen bezeichnet in der Transfusionsmedizin eine bestimmte Strategie bei der Vorbereitung von Erythrozytentransfusionen. Ins Deutsche übertragen bedeutet es "typisieren und voruntersuchen", es ist aber nur der englische Begriff üblich.

2 Vorgehensweise

Type and Screen bedeutet, bei Patienten frühzeitig eine Blutgruppenbestimmung und einen Antikörpersuchtest durchführen zu lassen, wenn im weiteren Verlauf der Behandlung die Möglichkeit einer Transfusion von Erythrozytenkonzentraten besteht. Wenn es tatsächlich zu einer Transfusion kommt, wird die Bereitstellung von Erythrozytenkonzentraten mit serologischer Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe) beschleunigt. Die Blutprobe ist schon im Labor und die Voruntersuchungen wurden bereits durchgeführt. Außerdem sind bei einem negativen Antikörpersuchtest in der anschließenden Kreuzprobe nur noch in Ausnahmefällen Probleme zu erwarten. Diese beruhen auf Antikörpern gegen seltene Antigene, die im Antikörpersuchtest evtl. nicht erfasst werden.

Die Strategie zielt dahin, serologische Verträglichkeitsproben mit Bereitstellung für den Patienten reservierter Erythrozytenkonzentrate nur durchzuführen, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erythrozytentransfusion benötigt wird, zum Beispiel bei großen Operationen. Dadurch werden Vorhaltungskosten und Verfall der Blutprodukte verringert.

3 Hintergrund

Außerhalb Deutschlands wird "type and screen" auch so verstanden, dass auf eine serologische Verträglichkeitsprobe der einzelnen, für den Patienten bestimmten Erythrozytenkonzentrate ganz verzichtet wird. "Type and screen" ist hier das Gegenmodell zu "type and crossmatch". Es existieren verschiedenen Varianten dieser Vorgehensweise. Teilweise wird eine vereinfachte Kreuzprobe vorgenommen, die nur dazu dient, eine Probenverwechslung und Inkompatibilität im ABO-System auszuschließen, teilweise wird auch ein elektronische Zuordnung im Laborinformationssystem eingesetzt, bei der die Blutgruppenkompatibilität überprüft wird.

Die Wahrscheinlichkeit, durch Weglassen der serologischen Verträglichkeitsprobe einen irregulären erythrozytäre Antikörper und damit eine mögliche Inkompatibilität nicht zu erkennen, wird auf 1:1.000 bis 1:10.000 geschätzt. Hinzu kommt, dass hämolytische Transfusionsreaktionen aufgrund solcher Inkompatibilitäten meist milde verlaufen.

In Deutschland ist die serologische Verträglichkeitsprobe für Erythrozytenkonzentrate in jedem Fall vorgeschrieben, auch nachträglich, wenn das Produkt bereits ungekreuzt transfundiert wurde.

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