Two Thousand Yard Stare
Synonyme: thousand-yard stare, thousand yard stare
Definition
Der Begriff Two Thousand Yard Stare beschreibt einen starren, in die Ferne gerichteten Blick. In der Militärpsychologie gilt er als Hinweis für ein mögliches Kriegstrauma und einen damit verbundenen akuten dissoziativen Zustand. Der Two Thousand Yard Stare wird jedoch auch nach anderen traumatischen Ereignissen beschrieben.
Hintergrund
Geprägt wurde der Begriff durch das Gemälde "Marines Call It That 2.000 Yard Stare" des amerikanischen Kriegszeichners Tom Lea, das im Jahr 1945 veröffentlicht wurde. Das Gemälde gilt als eines der eindrücklichsten Darstellungen der damals als Kriegsneurosen bezeichneten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).[1]
Psychopathologie
Es wird beschrieben, dass Betroffene, bei denen sich der Two Thousand Yard Stare beobachten lässt, in einem dissoziativen Zustand mit emotionaler Taubheit sind. In der Regel sind sie reduziert ansprechbar.
Assoziiert können vegetative Symptome (Tachykardie, Tremor, Hyperhidrose), Verhaltensänderungen (Schlafstörung, Reizbarkeit) und Konzentrationstörungen vorliegen. Der Two Thousand Yard Stare wird, neben dem Kriegstrauma, auch nach anderen traumatisierenden Ereignissen (z.B. Sexuelle Misshandlung, Verkehrsunfällen, Naturkatastrophen und Kindesmisshandlung) beobachtet.
Differentialdiagnostik
Differentialdiagnostisch kommen andere Stupor-Formen (depressiv, manisch, kataton), Intoxikationen, Delir und psychiatrischen Erkrankungen (z.B. Schizophrenie) in Frage.
Literatur
- Konstantian et al., Childhood abuse, body shame, and addictive plastic surgery, 2019
- Peleliu as a paradigm for PTSD: The two thousand yard stare, Hektoen International, 2017
- Dailey et al., The 2,000 Yard Stare ,The American Journal of Psychiatry, 2015
Quellen
- ↑ Dailey et al., The 2,000 Yard Stare, The American Journal of Psychiatry, 2015