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Trichomonas gallinae

von griechisch: thrix - Haar und monas - Einheit, Einzelwesen; von lateinisch: gallina - Huhn, Henne

1 Definition

Trichomonas gallinae ist ein Parasit aus der Familie Trichomonadidae und Erreger der aviären Trichomonose (gelber Knopf).

2 Hintergrund

Trichomonas gallinae befällt den proximalen Verdauungstrakt bei Tauben. Neben dem Digestionstrakt können auch noch andere Organe (z.B. Leber, Herz, usw.) befallen sein.

3 Erreger

Trichomonas gallinae ist birnenförmig und ca. 6 bis 18 x 2 bis 9 µm groß. Der Parasit hat 4 Vordergeißeln, einen dünnen Achsenstab (Axostyl) mit einer kurzen freien Spitze und eine undulierende Membran, die nicht bis zum hinteren Ende der Zelle reicht. Die Schleppgeißel liegt innerhalb der undulierenden Membran, wohingegen ein freier Geißelteil fehlt.

Man geht davon aus, dass Pseudozysten ausgebildet werden.

4 Vorkommen

Trichomonas gallinae kommt weltweit bei Haustauben, aber auch bei vielen anderen Vogelarten vor (z.B. Hühnervögeln, Greifvögeln oder Papageien). Bei Haustauben tritt die Parasitose sehr häufig auf - bis zu 80 % der Alttauben sind inapparent infiziert. Die Befallsrate nimmt über Truthühner und Haushühner stetig ab.

5 Epidemiologie

Mit Trichomonas gallinae infizierte Alttauben geben die Erreger mit der Kropfmilch an Jungtauben weiter. Im Gegensatz dazu infizieren sich Alttauben, Papageien, Truthühner und Haushühner über kontaminiertes Trinkwasser, in das die Trichomonaden aus der Schnabelhöhle von infizierten Tauben gelangen. Greifvögel infizieren sich an gejagten Tauben.

6 Erkrankung

Die aviäre Trichomonose ist hauptsächlich eine Erkrankung der Jungtauben. Eine Primärinfektion kann zu sehr milden bis hochakuten, tödlichen Erkrankungen führen. Die für die Parasitose typischen Läsionen entstehen in der Schnabelhöhle, im Infraorbitalsinus, im Pharynx, Ösophagus, Kropf und sogar im Drüsenmagen. Zusätzlich können Leber, Herz, Nabel und seltener auch andere Organe Veränderungen aufweisen.

In den meisten Fällen treten umschriebene, manchmal scheibenförmige, gelblich-käsige Nekroseherde auf, die zur Bezeichnung "Gelber Kropf" geführt haben.

7 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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