Streckmittel
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenEnglisch: filler, extender
Definition
Streckmittel ist ein umgangssprachlicher und toxikologischer Begriff für Zusatz- oder Füllstoffe, die einer Substanz hinzugefügt werden, um deren Masse bzw. Volumen zu erhöhen.
Hintergrund
Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit illegal gehandelten Betäubungsmitteln verwendet. In der Vertriebskette werden Drogen oft mehrfach mit zusätzlichen Stoffen "gestreckt", um die Verkaufsmenge zu erhöhen, meist durch Verwendung von billigen Zusatzstoffen.
Sie können ausschließlich der Erhöhung der Masse dienen, aber auch eigene pharmakologische Wirkungen besitzen, welche die Ausgangssubstanz verstärken, imitieren oder verändern. Dadurch werden oft zusätzliche gesundheitliche Risiken ausgelöst. Vor allem bei intravenösem Drogenkonsum können nicht geeignete Streckmittel schwere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.
Beispiele
Inerte Streckmittel
- Trivialstoffe: Zucker, Stärke, Sand, Glaspartikel oder Talkum
- Dimethylsulfon: kristalliner Füllstoff
- Mannitol: inerter kristalliner Füllstoff
Pharmakologisch aktive Streckmittel
- Lokalanästhetika: Lidocain, Benzocain oder Procain erzeugen eine betäubende Wirkung an der Schleimhaut und imitieren dadurch typische Effekte des Kokains
- Koffein: stimulierende Wirkung
- Paracetamol: kostengünstiger Füllstoff
- Fentanyl: Wirkungsverstärkung
- Levamisol: häufiges Streckmittel von Kokain; Risiko für Agranulozytose und vaskulitische Hautläsionen
- Xylazin: zunehmend als Zusatz zu Opioiden, verursacht Sedierung, Bradykardie und Hautulzera
- Diphenhydramin: sedierender Zusatzstoff bei Opioiden