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Status migraenosus

Englisch: status migrainosus

1. Definition

Der Status migraenosus ist definiert als Migränekopfschmerz, der trotz Behandlung mehr als 72 Stunden anhält.

2. Abgrenzung

Der übermäßige Gebrauch von Medikamenten kann ähnliche Symptome hervorrufen, dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Status migraenosus, sondern um eine Unterform des Medikamentenkopfschmerzes.

3. Diagnostische Kriterien

Um als Status migraenosus klassifiziert zu werden, muss eine Kopfschmerzattacke gemäß International Classification of Headache Disorders (ICHD-3) spezifische Kriterien erfüllen:[1]

  • Die Attacke tritt bei einer Person mit bekannter Migräne ohne Aura und/oder Migräne mit Aura auf und ähnelt früheren Episoden, abgesehen von Dauer und Schwere.
  • Der Kopfschmerz persistiert über einen Zeitraum von mehr als 72 Stunden und verursacht eine erhebliche Beeinträchtigung.
  • Die Symptome können durch keine andere Diagnose gemäß der ICHD-3-Kriterien erklärt werden.

Perioden des Schlafes oder kurze Unterbrechungen durch Medikamente beeinflussen die Diagnose nicht. Ebenso werden Remissionen von bis zu 12 Stunden aufgrund von Medikamenteneinnahme oder Schlaf anerkannt, während leichtere Verläufe, die den Patienten weniger beeinträchtigen, eher als Migräne ohne Aura kategorisiert werden.

4. Symptome

Ein Status migraenosus tritt meist nach langjähriger Migräneerkrankung in Kombination mit Medikamentenübergebrauch auf.

Die Symptomatik ähnelt einer einfachen Migräneattacke, dauert jedoch länger an. Zu den Symptomen zählen:

Eine Einnahme der Standardmedikation bewirkt keine anhaltende Besserung.

5. Behandlung

Ein Status migraenosus führt aufgrund der Beeinträchtigung durch die Symptomatik häufig zur stationären Aufnahme.

Da die Patienten i.d.R. schon übliche Medikamente ohne Erfolg eingenommen haben, ist eine parenterale Therapie indiziert. Eingesetzt werden:

Zudem werden beim Status migraenosus Steroide (z.B. Prednisolon oder Dexamethason i.v.) eingesetzt. Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

6. Prävention

Um das erneute Auftreten eines Status migraenosus zu vermeiden, sollte nach auslösenden Faktoren, wie z.B. suboptimaler Migräneprophylaxe oder unsachgemäßem Medikamentengebrauch, gesucht werden.

Eine stationäre Medikamentenpause sowie eine angepasste Prophylaxe können eine Besserung bewirken. Patienten sollten zudem über nicht-medikamentöse Therapieansätze (z.B. aerober Ausdauersport, Entspannungsübungen) aufgeklärt werden.

7. Literatur

8. Quellen

  1. International Classification of Hedache Disorders – 1.4.1 Status migränosus, abgerufen am 20.02.2024
Stichworte: Migräne
Fachgebiete: Neurologie

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