Stärkeagar
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Definition
Stärkeagar ist ein in der mikrobiologischen Diagnostik eingesetztes, festes Differentialnährmedium, das zum Nachweis einer Amylase-Aktivität von Mikroorganismen verwendet wird.
Hintergrund
Stärkeagar wurde das erste Mal von Edward Vedder zur Kultivierung von Neisseria spp. im Jahr 1915 benutzt. Davor wurde Kalbsblutagar verwendet, auf dem man die Kulturen alle 2-3 Tage transferieren musste. Auf Stärkeagar haben die Neisseria-Kulturen bis zu 40 Tage überlebt.
Zusammensetzung
Stärkeagar enthält pro Liter destilliertes Wasser 3g Rindfleischextrakt, 10g Stärke (präferiert Maisstärke) und 12g Agar-Agar.
Funktionsweise
Stärkeagar weist die Fähigkeit von Mikroorganismen nach, die extrazellulären Enzyme α-Amylase und oligo-1,6-Glucosidase zu produzieren. Sie diffundieren in den Stärkeagar und hydrolysieren die Stärke, indem sie die glykosidischen Bindungen zwischen den Glucose-Bausteinen aufbrechen. Die Amylase-Produkte werden dann in die Zelle aufgenommen und verstoffwechselt.
Nach Inkubation der Kulturen (1-5 Tage bei 35°C +/- 2°C) kann mithilfe von Lugol'scher Lösung oder einer anderen Iod-Lösung das Amylaseverhalten nachgewiesen werden. Lugol'sche Lösung reagiert mit vorhander Stärke und färbt den Agar blau-schwarz.
- Positiver Amylase-Nachweis: Aufhellungszone (klarer Hof) um die Kolonie (Stärke wurde hydrolysiert)
- Negativer Amylase-Nachweis: gleichmäßig blau-schwarze Färbung
Stärkeagar wird auch zur Differenzierung von Mitgliedern verschiedener Gattungen verwendet, die sowohl Amylase-positive als auch Amylase-negative Arten beinhalten, darunter Streptococcus spp., Clostridium spp., Corynebacterium spp., Fusobacterium spp., Enterococcus spp., Pseudomonas spp. und Bacillus spp.
Quellen
- Lal A et al.; Starch Agar Protocol, American Society for Microbiology, 2012
- Edward B. Vedder, Starch Agar, A Useful Culture Medium,, The Journal of Infectious Diseases, 1915