Sialolithiasis
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LoslegenSynonyme: Ptyalolithiasis, Speichelsteinleiden, Speichelsteinkrankheit
Englisch: sialolithiasis, salivary calculi, salivary stones
Definition
Unter Sialolithiasis versteht man die Bildung von Konkrementen (Steinen) in einer der Kopfspeicheldrüsen. Die Konkremente werden auch als Sialolithen bezeichnet.
Lokalisation
In rund 70–90 % der Fälle ist eine Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis), in 10–20 % eine Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) betroffen. Die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis) ist nur in etwa 1–5 % der Fälle betroffen. Sehr selten kommen auch Steine in den kleinen Speicheldrüsen der Mund- und Rachenschleimhaut vor.
Ätiopathogenese
Ursachen und Entstehung der Sialolithen ist bislang (2026) nicht vollständig geklärt, beruhen jedoch auf einem Zusammenspiel lokaler, anatomischer und biochemischer Faktoren. Systemische Stoffwechselstörungen spielen eine eher untergeordnete Rolle.[1]
Symptome
Typische Symptome der Sialolithiasis sind:
- Sekretstauung
- Schwellung
- plötzliche kolikartige Schmerzen nach Nahrungsaufnahme (Colica salivaria)
- Entzündungszeichen
- palpierbarer Fremdkörper
Komplikationen
Speichelsteine können zu einer akuten Sialadenitis oder auch einem Abszess der betroffenen Speicheldrüse führen. Eine lang bestehende Sialolithiasis kann zu einer chronischen Sialadenitis führen.
Diagnostik
Nach der klinischen Untersuchung ist die Sonographie das bildgebende Verfahren der ersten Wahl. Ein unauffälliger Ultraschallbefund schließt eine Sialolithiasis nicht sicher aus; bei fortbestehendem Verdacht wird die weiterführende Diagnostik individuell gewählt.[2]
Die Diagnostik umfasst:
- Inspektion
- Palpation (bimanuell)
- Ultraschall (Nachweisgrenze ca. 1,5 mm)[3]
- Röntgen
- Sialendoskopie
Aufgrund des höheren Anteils anorganischer Substanzen sind Speichelsteine der Glandula submandibularis im Röntgenbild mit höherer Treffsicherheit nachzuweisen.
Differentialdiagnosen
Zu den Differentialdiagnosen zählen:
- verkalkte Lymphknoten
- Phlebolithen
- verkalkte Thromben
- organisierte Hämangiome
- atherosklerotische Gefäßveränderungen
Therapie
In der Regel ist zunächst eine konservative Therapie angezeigt, einschließlich Maßnahmen, die einen spontanen Steinabgang begünstigen. Führte dies nicht zum Erfolg, erfolgte in der Vergangenheit meist eine operative Entfernung (Exstirpation) der betroffenen Speicheldrüse. Inzwischen wird auf ein minimal-invasives Stufenkonzept gesetzt. Dabei hängt das gewählte Verfahren primär von der Größe, Lage und Beweglichkeit des Steins ab.
Konservative Therapie
- Drüsenmassagen
- Speicheldrüsen-Stimulanzien (Sialogoga)
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Bei Vorliegen einer akuten Sialadenitis werden zusätzlich Antibiotika verabreicht.
Interventionelle Sialendoskopie
Die Sialendoskopie ist der Goldstandard bei kleinen bis mittleren Steinen. Hierbei können die Steine mittels Dormiakörbchen oder Endoskopiezange entfernt werden.
Lithotripsie
Größere Steine können durch Lithotripsie zertrümmert werden. Hierbei gibt es verschiedene Methoden:
Operative Therapie
Zu den operativen Therapieoptionen zählen:
Operative Eingriffe an den Speicheldrüsen erfordern große Sorgfalt, da die Gefahr besteht, wichtige Nerven (Nervus facialis, Nervus lingualis, Nervus hypoglossus) zu verletzen.
Quellen
- ↑ Zenk et al., Klinische und diagnostische Befunde bei der Sialolithiasis, HNO, 1999
- ↑ DGHNO-KHC: S2k-Leitlinie Obstruktive Sialadenitis, AWMF-Registernummer 017-025, Stand April 2020 (abgelaufen), abgerufen am 10.09.2026
- ↑ Zenk et al., Sialendoscopy in the diagnosis and treatment of sialolithiasis: a study on more than 1000 patients, Otolaryngol Head Neck Surg, 2012