Revised Trauma Score
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Definition
Der Revised Trauma Score, kurz RTS, ist ein Assessmentinstrument zur initialen Einschätzung der Schwere eines körperlich verletzten oder polytraumatisierten Patienten. Er basiert auf drei unmittelbar erfassbaren klinischen Parametern: Glasgow Coma Scale, systolischem Blutdruck und Atemfrequenz. Ziel des Scores ist die frühe Abschätzung der physiologischen Beeinträchtigung und der Überlebenswahrscheinlichkeit insbesondere in der präklinischen Phase und bei Aufnahme in der Notaufnahme.
Hintergrund
In der Akutversorgung von Traumapatienten ist eine rasche, standardisierte Einschätzung der Schwere entscheidend für Triage, Transportziel und Ressourcenallokation. Anatomische Scores wie der Injury Severity Score setzen eine vollständige Diagnostik voraus und sind initial nicht verfügbar.
Der Revised Trauma Score wurde als Weiterentwicklung des ursprünglichen Trauma Score etabliert, um eine reproduzierbare und prognostisch relevante Beurteilung auf Basis vitaler Parameter zu ermöglichen. Er wird sowohl eigenständig als a9uch als Bestandteil kombinierter Bewertungssysteme wie TRISS eingesetzt.
Aufbau
Der RTS setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die jeweils anhand definierter Grenzwerte punktiert werden. Jede Komponente kann 0 bis 4 Punkte erreichen.
| Punkte | Glasgow Coma Scale (GCS) | Systolischer Blutdruck (mmHg) | Atemfrequenz |
|---|---|---|---|
| 4 | 13-15 | >89 | 10-29 |
| 3 | 9-12 | 76-89 | >29 |
| 2 | 6-8 | 50-75 | 6-9 |
| 1 | 4-5 | 1-49 | 1-5 |
| 0 | 3 | 0 | 0 |
In der gewichteten Form wird der RTS nach folgender Formel berechnet:
RTS = 0,9368 × GCS + 0,7326 × systolischer Blutdruck + 0,2908 × Atemfrequenz
Der maximale Score beträgt 7,8408 und entspricht einem physiologisch stabilen Patienten. Niedrige Werte korrelieren mit erhöhter Mortalität.
Klinische Bedeutung
Der Revised Trauma Score ermöglicht eine objektivierte Einschätzung der physiologischen Beeinträchtigung unmittelbar nach dem Trauma. Er kann präklinisch zur Identifikation kritisch verletzter Patienten genutzt werden und unterstützt Entscheidungen zur Transportpriorität und zur Zuweisung in ein geeignetes Traumazentrum.
Innerklinisch findet der RTS vor allem Anwendung in der Dokumentation, Qualitätssicherung und Traumaforschung. In vielen Systemen gilt ein niedriger RTS als Marker für ein hohes Risiko und eine Indikation zur maximalen Traumaversorgung.
Limitationen
Der RTS bildet ausschließlich physiologische Parameter ab und berücksichtigt keine anatomischen Verletzungsmuster. Therapeutische Interventionen wie Analgosedierung, Intubation oder Volumentherapie können die Messwerte verfälschen und die Aussagekraft einschränken.
Bei pädiatrischen und geriatrischen Patienten oder bei vorbestehenden kardiopulmonalen Erkrankungen ist die Interpretation nur eingeschränkt valide. Zudem können isolierte schwere Verletzungen ohne relevante Veränderungen der Vitalparameter durch den RTS unterschätzt werden.
Literatur
- Rathore et. al., Injuries to the duodenum – prognosis correlates with body Injury Severity Score: A prospective study, International Journal of Surgery 2007, abgerufen am 11.01.2026
- Yu et. al., Predictive value of Modified Early Warning Score (MEWS) and Revised Trauma Score (RTS) for the short-term prognosis of emergency trauma patients: A retrospective study, BMJ Open 2021, abgerufen am 11.01.2026
- Huei et. al., Validation of the trauma mortality prediction scores from a Malaysian population, Burns & Trauma 2017, abgerufen am 11.01.2026