Reversierung
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
Loslegenvon lateinisch: revertere - zurückwenden, zurückkehren
Definition
Als Reversierung bezeichnet man in der Medizin das Rückgängigmachen bzw. Aufheben einer pharmakologischen oder physiologischen Wirkung.
Beispiele
- Sugammadex reversiert die Wirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien (z.B. Rocuronium) durch Enkapsulierung.
- Flumazenil reversiert die Wirkung von Benzodiazepinen.
- Naloxon ist ein Opioidantagonist, der die Wirkung von Opioiden reversiert.
- Andexanet alfa reversiert die antikoagulative Wirkung von Apixaban und Rivaroxaban.
Mechanismen
Die Reversierung basiert auf verschiedenen Mechanismen. Bei der Antagonisierung wird die Wirkung eines Pharmakons durch einen Gegenwirkstoff aufgehoben, etwa bei Opioiden oder Benzodiazepinen. Bei der Enzymreaktivierung wird ein gehemmtes Enzym wieder funktionsfähig gemacht. Bei der Bindung oder Enkapsulierung wird der Wirkstoff durch einen spezifischen Binder komplexiert und dadurch inaktiviert.
Indikationen
Eine gezielte Reversierung ist angezeigt, wenn eine pharmakologische Wirkung unerwünscht fortbesteht, etwa bei Überdosierung und Intoxikationen, bei zu langer Wirkungsdauer oder bei klinisch relevanter Restwirkung nach einer Therapie. In der Anästhesie dient sie vor allem der Beendigung einer neuromuskulären Blockade am Operationsende, um die Atem- und Schutzreflexe wiederherzustellen.[1][2]
Limitationen
Die Reversierung ist nicht immer vollständig. Sie kann vorübergehend sein, sodass ein Wiederauftreten der ursprünglichen pharmakologischen Wirkung möglich ist. Cholinesterasehemmer wirken beispielweise nur bei bereits einsetzender Erholung zuverlässig. Bei zu tiefer Blockade bleibt die Aufhebung unter Umständen unvollständig.
Die Reversierung kann dosiabhängig zu substanzspezifischen Nebenwirkungen führen, etwa muskarinergen Begleitwirkungen unter Cholinesterasehemmern.[3][1][4]