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Reverser Cholesterintransport

Synonyme: RCT
Englisch: reverse cholesterol transport

1 Definition

Der reverse Cholesterintransport beschreibt den Abtransport von Cholesterin durch Bindung an das High Density Lipoprotein (HDL) aus den extrahepatischen Geweben über das Plasma zurück zur Leber.

2 Bedeutung

Die Bindung von Cholesterin an HDL und die Entsorgung über die Leber und Galle (Gallensäureweg) nehmen in der Atherogenese eine entscheidende Rolle ein. Ein niedriger HDL-Cholesterinspiegel wird als ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung koronarer Herzerkrankungen angesehen. Studien zeigen, dass das Myokardinfarkt-Risiko bei Anstieg des HDL-Cholesterins um nur 10 mg/dl deutlich sinkt.

3 Mechanismus

Cholesterin übernimmt viele lebenswichtige Funktionen in den extrahepatischen Geweben. Die Cholesterinbiosynthese in der Leber und im Darm übernimmt der Körper zu circa 90% selbst. Übersteigt die zelluläre Cholesterinkonzentration den physiologischen Wert, wird zur Limitierung der gesteigerte Cholesterin-Efflux über den reversen Cholesterintransport initiiert.

Dabei kann der reverse Cholesterintransport in zwei Teilschritte unterteilt werden:

  • Abgabe von zellulärem Cholesterin an HDL in den nicht-hepatischen Geweben
  • Transport des Cholesterins zur Leber und Katabolisierung durch die Hepatozyten

Die Übertragung von Cholesterin auf HDL wird zunächst über das ATP-abhängige Transportprotein ABCA1 vermittelt. Dieses Protein translosziert Phospholipide und freies Cholesterin auf das Apolipoprotein AI (Apo AI), ein Strukturprotein von HDL, das an der Membran vorliegt. Zusammen mit den Phospholipiden bildet Apo AI unreife HDL-Partikel, sogenannte prä-β-HDL-Partikel. Diese nehmen wiederum sehr schnell nicht-verestertes Cholesterin aus den peripheren Geweben auf.

Das Enzym Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase (LCAT), das an die HDL-Partikel assoziiert vorliegt, verestert das aufgenommene Cholesterin. Dabei entstehen sphärische b3-HDL-Partikel, die in der Lage sind, noch mehr Cholesterin, aber auch Phospholipide und VLDL aufnehmen.

Der Transport des HDL-Cholesterins zu den hepatischen Geweben kann im Weiteren auf zwei Wegen erfolgen.

3.1 Direkter Transport

Beim direkten Transport zur Leber werden die HDL-Partikel an den hepatischen Scavenger-Rezeptor SR-BI gebunden. SR-BI ist der wichtigste HDL-Rezeptor der Leber und nimmt bevorzugt Cholesterinester und freies Cholesterin auf, weniger Phospholipide und Triglyzeride. Das aufgenommene Cholsterin wird dann über den Gallensäureweg abgebaut.

3.2 Indirekter Transport

Über einen indirekten Weg tauscht das Cholesterylester-Transferprotein CETP das veresterte Cholesterin gegen Triglyzeride aus, in dem es auf ApoB-haltige Lipoproteine (Chylomikronen, VLDL, IDL) transferiert wird. Die entstandenen Triglyzeride werden durch CETP hydrolysiert und es entstehen kleinere HDL3-Partikel und lipidfreies Apo AI.

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