Pyramidenbahnzeichen
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LoslegenSynonym: Pyramidenzeichen
Englisch: pyramidal sign
Definition
Pyramidenbahnzeichen sind pathologische Reflexe und Kloni, deren Auftreten auf eine Läsion der Pyramidenbahn (Tractus corticospinalis) bzw. des ersten Motoneurons hinweist. Sie werden im Rahmen der neurologischen Untersuchung geprüft.
Hintergrund
Bei Neugeborenen und Säuglingen sind Pyramidenbahnzeichen bis etwa zum zweiten Lebensjahr physiologisch, da die Myelinisierung des Tractus corticospinalis noch nicht abgeschlossen ist. Jenseits dieses Alters gelten sie als Ausdruck einer Pyramidenbahnläsion.
Reflexe
Die Schädigungen lassen sich insbesondere durch unter pathologischen Bedingungen auftretende Reflexe nachweisen:
Obere Extremität
- Gordon-Fingerspreizzeichen*
- Trömner-Reflex*
- Wartenberg-Reflex
- Nichterschöpfbarer Handklonus
Untere Extremität
- Babinski-Reflex
- Bechterew-Reflexe
- Chaddock-Reflex
- Gordon-Reflex*
- Oppenheim-Reflex
- Mendel-Bechterew-Reflex
- Plantarmuskelreflexe
- Strümpell-Reflex
- Seitendifferenter oder nichterschöpfbarer Fußklonus
Die Reflexe mit einem * gelten als unsichere Pyramidenbahnzeichen. Der Babinski-Reflex gilt als zuverlässigstes Pyramidenbahnzeichen; der diagnostische Wert der übrigen, insbesondere der unsicheren Zeichen, ist geringer.
Klinische Bedeutung
Pyramidenbahnzeichen sind Teil des Syndroms des ersten Motoneurons und treten gemeinsam mit Spastik, gesteigerten Muskeleigenreflexen und einer zentralen Parese auf. Ursächlich sind Läsionen der Pyramidenbahn, z.B. bei Schlaganfall, Multipler Sklerose oder Rückenmarksläsionen. Funktionell können sie passager auch nach einem Grand-mal-Anfall auftreten.
Literatur
- Masuhr KF, Neumann M. Duale Reihe Neurologie. 7. Aufl. Thieme; 2013.