Babinski-Reflex
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nach dem Arzt Józef Julian Franciszek Feliks Babiński (Joseph François Félix Babiński) (1857–1932), polnisch-französischer Neurologe
Synonyme: Großzehenreflex, Zehenreflex, Babinski-Zeichen, Babinski-Phänomen
Definition
Abgrenzung
Der Babinski-Reflex ist vom Babinski-2-Zeichen abzugrenzen.
Einteilung
Der Babinski-Reflex lässt sich nach folgenden Kriterien einteilen:
- nach Lokalisation: einseitig oder beidseitig
- nach Dauer: temporär oder bleibend
- nach Auftreten: nach Bestreichen der Fußsohle oder spontan
Bewertung
Der Babinski-Reflex kann bei Säuglingen und Kleinkindern ohne weitere neurologische Auffälligkeiten bis zum Alter von 24 Monaten noch physiologisch sein.[1] Ein persistierender Babinski-Reflex sollte bereits im ersten Lebensjahr abgeklärt werden, wenn gleichzeitig weitere anhaltende neurologische Auffälligkeiten wie ein asymmetrischer Reflexstatus oder ein erhöhter Muskeltonus vorliegen; diese Konstellation kann auf eine Zerebralparese hinweisen.[2] In anderen Fällen zählt der Babinski-Reflex zu den pathologischen Reflexen, die in einem Reflextest im Rahmen der neurologischen Untersuchung auftreten können. Als Pyramidenbahnzeichen weist er auf eine strukturelle Läsion (z. B. beim Schlaganfall) oder eine funktionelle Störung (z. B. nach einem tonisch-klonischen Anfall[3]) der Pyramidenbahn hin.
Ein reaktives Zurückziehen des Beines, z. B. bei schmerzhaftem Bestreichen der Fußsohle, darf nicht als positive Reflexantwort gewertet werden. Um eine korrekte Aussage treffen zu können, ist eine wiederholte Prüfung des Reflexes notwendig. Ein Pseudo-Babinski liegt bei Patienten mit einer Parese der Zehenflexoren vor, z. B. durch eine Läsion des Nervus tibialis oder nach Poliomyelitis. Eine weitere Ursache eines Pseudo-Babinski ist eine dystone Bewegungsstörung (z. B. primäre Dystonie, sekundär bei Parkinson-Syndromen) mit unwillkürlicher spontaner Dorsalextension der Großzehe.
Mögliche Reaktionen nach dem Bestreichen der lateralen Fußsohle:
- Erwachsener: physiologisch → Plantarflexion der Zehen bzw. keine deutliche Fächerung.
- Positives Babinski-Zeichen: Dorsalextension (Extension) der Großzehe, häufig mit Spreizen der übrigen Zehen → Hinweis auf eine Läsion der Pyramidenbahn oder des oberen Motoneurons (UMN-Läsion).
- Typische Ursachen sind z. B. Schlaganfall, Rückenmarksläsionen, Multiple Sklerose und weitere zentrale Läsionen.
Ein negativer Babinski-Reflex schließt eine Pyramidenbahnläsion nicht aus.
siehe auch: Chaddock-Reflex, Oppenheim-Reflex, Gordon-Reflex, Strümpell-Zeichen (Reflexe der "Babinski-Gruppe")
Quellen
- ↑ Acharya et al., Babinski Reflex, 2023
- ↑ DGSPJ: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der unilateralen spastischen Zerebralparese, AWMF-Registernummer 071-014, Version 1.0, 2025, abgerufen am 26.09.2026
- ↑ Fisher et al., Instruction manual for the ILAE 2017 operational classification of seizure types, Epilepsia, 2017