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Pubarche

1 Definition

Unter Pubarche versteht man den Beginn der Entwicklung der Schambehaarung (Pubes) beider Geschlechter. Gleichzeitig beginnt die Entwicklung der Achselbehaarung.

2 Physiologie

Die Pubarche entsteht durch einen Anstieg des Androgenspiegels im Rahmen der Adrenarche. Androgene werden insbesondere in den Nebennieren aber auch in den Eierstöcken bzw. den Hoden produziert. Die Entwicklung der Schambehaarung beginnt bei Mädchen i.d.R. nach der Thelarche ab einem Alter von 10-12 Jahren. Bei Jungen beginnt die Pubarche im Alter von 12-13,5 Jahren und damit zeitlich nach der Gonadarche.

Die Entwicklung der Schambehaarung bzw. die Adrenarche wird häufig als Unabhängigkeit von der Reifung der Gonaden bzw. Ovarien (Pubertät im engeren Sinne) angesehen. Diese Hypothese wird jedoch zunehmend angezweifelt.[1]

3 Tanner-Stadien

Die Pubarche wird in den sogenannten Tanner-Stadien berücksichtigt:

  • Ph1: keine Schambehaarung, ggf. Vellushaare
  • Ph2: spärliches, leicht pigmentiertes Haar (glatt oder gelockt) an den Schamlippen bzw. der Peniswurzel
  • Ph3: dunkles, lockiges Haar, das sich über die Symphysenregion ausbreitet
  • Ph4: Schambehaarung wie bei Erwachsenen, jedoch nicht bis zum Oberschenkel reichend
  • Ph5: Schambehaarung bei Erwachsenen, die bis zu den Innenschenkeln reicht
  • Ph6: weiteres Wachstum der Schambehaarung entlang der Linea alba in Richtung des Nabels (bei 80 % der Männer und 10 % der Frauen)

4 Prämature Pubarche

Die isolierte prämature Pubarche, also das verfrühte Auftreten von Schambehaarung (Jungen < 9 Jahre, Mädchen < 8 Jahre) stellt eine Ausschlussdiagnose dar, die nicht behandelt werden muss. Sie tritt häufiger bei adipösen Kindern auf. Dabei spielt eine frühzeitige Adrenarche die entscheidende Rolle, wobei die Ursache derzeit (2020) unklar ist. Das Längenwachstum des Kindes ist normal, die Skelettreifung normal bis leicht beschleunigt und die Serumspiegel von DHEA, DHEAS und Androstendion sind erhöht. Im Verlauf sollten betroffene Mädchen regelmäßig kontrolliert werden, da eine prämature Pubarche mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Hyperandrogenämie, PCOS und Insulinresistenz einergeht.

Differenzialdiagnostisch muss bei einer prämaturen Pubarche ein (Pseudo-)Pubertas praecox z.B. durch Funktionsstörungen der Nebennierenrinde (Adrenogenitales Syndrom oder Nebennierentumore) bzw. der Gonaden ausgeschlossen werden.

5 Quellen

  1. Martin DD et al. The Early Dehydroepiandrosterone Sulfate Rise of Adrenarche and the Delay of Pubarche Indicate Primary Ovarian Failure in Turner Syndrome, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 89, Issue 3, 1 March 2004, Pages 1164–1168, abgerufen am 06.10.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 10. November 2020 um 14:51 Uhr bearbeitet.

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