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Plazentaretention

Synonym: Retentio placentae

1 Definition

Als Plazentaretention bezeichnet man die verzögerte Abstoßung der Plazenta nach der Geburt.

2 Hintergrund

Im Rahmen der Nachgeburt löst sich die Plazenta durch die Kontraktion der Gebärmutter von der Wand ab, so dass das Organ ausgestoßen wird. Physiologisch erfolgt dies etwa 30 Minuten nach der Geburt des Kindes.

Eine Plazentaretention kann zu starken Blutungen führen, die für die Mutter potentiell lebensgefährlich sind.

3 Ursachen

  • Gestörte Ablösung der Plazenta von der Wand durch verminderte oder fehlende Nachwehen
  • Starke Kontraktion/Verkrampfung der Zervix oder stark gefüllte Blase, so dass die gelöste Plazenta die Gebärmutter nicht verlassen kann
  • Placenta accreta: Abnormale Verwachsung der Plazenta mit tiefen Schichten der Gebärmutterwand.

4 Therapie

Je nach Ursache kommen folgende Therapien zum Einsatz:

  • Medikamentöse Induktion von Nachwehen mit Oxytocin oder Prostaglandinen
  • Spasmolytika zur Entkrampfung der Zervix
  • Entleerung der Blase mittels Blasenkatheter
  • Manuelle Lösung der Plazenta mittels Credé-Handgriff; ein Herausziehen des Plazenta über die Nabelschnur wird heute kaum noch durchgeführt, da hier ein Risiko für scherwiegende Komplikationen wie ein Inversio uteri besteht.
  • Ist die Retention durch die genannten Optionen nicht behebbar, muss ggf. eine Kürettage erfolgen. Eine Hysterektomie kann besonders bei einer Placenta accreta induziert sein, wenn sich die Plazentateile nicht vollständig entfernt werden kann. Hier besteht die auf Dauer Gefahr einer Endometritis.

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