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Inversio uteri

Synonym: Uterusinversion

1 Definition

Unter einer Inversio uteri oder Uterusinversion versteht man die Umstülpung der Gebärmutter (Uterus) in die Scheide (Vagina). Sie gehört zu den geburtshilflichen Notfällen.

ICD10-Code: N85.5

2 Epidemiologie

Die Uterusinversion tritt mit einer Häufigkeit von etwa einem Fall auf 5.000 bis 20.000 Geburten auf.

3 Ursache

Zu einer Inversio uteri kommt es durch zu starken Zug an der Nabelschnur bei nicht kontrahiertem Uterus oder durch einen erhöhten Fundusdruck in Verbindung mit der Bauchpresse. Die Erkrankung wird durch konstitutionelle Faktoren wie Uterushypoplasie oder zu schwach ausgebildetete Ligamente bzw. Bindegewebsstrukturen am Uterus begünstigt. Leptosome Frauen sind häufiger betroffen.

4 Einteilung

Nach dem Ausmaß der Inversion unterscheidet man:

4.1 Grad 1

Depressio uteri. Der Fundus drängt dellenförmig ins Cavum uteri

4.2 Grad 2

Inversio uteri incompleta. Der Fundus befindet sich auf Höhe des Ostium internum.

4.3 Grad 3

Inversio uteri completa. Fundus liegt in der Scheide.

4.4 Grad 4

Prolaps inversio uteri. Komplette Inversion.

5 Zeitpunkt

  • Akut: Innerhalb von 24h post partum
  • Subakut: Mehr als 24h post partum
  • Chronisch: Mehr als ein Monat post partum

6 Klinik

Eine Inversio uteri ist für die Patientin äußerst schmerzhaft und kann in Kombination mit dem entstehenden Blutverlust rasch zum hypovolämischen Schock führen. Die komplette Uterusinversion ist schwer übersehbar, während bei der inkompletten Uterusinversion nur eine diffuse blutige Masse in der Vagina sichtbar wird.

7 Therapie

Der vorgefallene Uterus wird möglichst rasch in Narkose reponiert. Dabei wird zunächst die Plazenta gelöst, und dann der umgestülpte Uterus manuell komprimiert und zurückgeschoben. Die Überwindung des zervikalen Schnürrings gestaltet sich dabei meist am schwierigsten. Wenn die vaginale Reposition nicht gelingt, wird der Uterus über eine Laparotomie in seine normale Lage gebracht.

Zur Reposition wird die glatte Muskulatur des Uterus mit Betasympathomimetika, Nitroglycerin, Inhalationsanästhetika oder Magnesium relaxiert. Nach erfolgreicher Reposition erfolgt die Tonisierung mit Sulproston (Nalador®).

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