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Piperaquin

Englisch: piperaquine

1. Definition

Piperaquin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antiparasitika, der in Kombination mit Dihydroartemisinin zur Behandlung von Malaria eingesetzt wird.

2. Geschichte

Piperaquin wurde in den 1960er Jahren im Rahmen des chinesischen Nationalen Malaria-Eliminierungsprogramms entwickelt und ersetzte das strukturell ähnliche Antimalariamittel Chloroquin. Aufgrund der weit verbreiteten Parasitenresistenz gegen Piperaquin wird es nicht mehr als Monotherapie verwendet, sondern dient als Partnerwirkstoff in der Artemisinin-Kombinationstherapie. In Kombination mit Dihydroartemisinin steht es seit 2017 auf der WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel.

3. Chemie

Piperaquin hat die Summenformel C29H32Cl2N6 und eine molare Masse von ca. 535,5 g/mol.

Strukturformel von Piperaquin

4. Wirkmechanismus

Der Wirkmechanismus beruht auf der Störung der Häm-Detoxifikation des Parasiten Plasmodium falciparum. Eine ähnliche Wirkung wie des Chloroquin wird vermutet.

5. Pharmakokinetik

Piperaquin wird langsam absorbiert und in einem hohen Maß in den systemischen Kreislauf aufgenommen.

Die terminale Eliminationshalbwertszeit wird mit 576 Stunden angegeben.

6. Indikation

Piperaquin wird in Kombination mit Dihydroartemisinin zur Behandlung von Malaria eingesetzt.

7. Resistenz

Seit 2010 werden zunehmend Piperaquin-resistente Parasiten gemeldet, insbesondere in Südostasien. Der Widerstand gegen Piperaquin konzentriert sich vor allem auf West-Kambodscha, wo im Jahr 2014 mehr als 40 % der Behandlungen mit Dihydroartemisinin-Piperaquin nicht mehr zur Eliminierung der Parasiten führten. Interessanterweise bleiben diese resistenten Parasiten in In-vitro-Tests weiterhin empfindlich gegen Piperaquin.

Der genaue Mechanismus der Resistenzentwicklung ist derzeit (2025) unklar. Die erhöhte Resistenz wurde u.a. mit einer Amplifikation der Parasitenproteasen Plasmepsin 2 und Plasmepsin 3 in Verbindung gebracht, die am Abbau von Hämoglobin beteiligt sind. Zudem wurden Mutationen im PfCRT-Gen, das mit Chloroquin-Resistenz assoziiert ist, festgestellt. Dennoch bleiben Chloroquin-resistente Parasiten empfindlich gegen Piperaquin. Im Gegensatz dazu korreliert die Amplifikation des Transporter-Gens PfMDR1, das mit Resistenz gegen Mefloquin in Verbindung gebracht wird, negativ mit der Piperaquin-Resistenz.

8. Nebenwirkungen

Piperaquin kann sich verlängernd auf die QT-Zeit auswirken und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen.

9. Kontraindikationen

Aufgrund der möglichen Auswirkung auf die QT-Zeit sollte Piperaquin nicht mit anderen QT-Zeit-verlängernden Medikamenten kombiniert werden.

10. Quellen

Stichworte: Malaria
Fachgebiete: Chemie, Pharmakologie

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20.02.2025, 17:32
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