Pharyngitis lateralis
Synonym: "Seitenstrangangina"
Englisch: lateral pharyngitis
Definition
Die Pharyngitis lateralis ist eine Sonderform der Pharyngitis, bei der vor allem das lateral gelegene lymphatische Gewebe des Pharynx (Seitenstränge) entzündlich verändert ist.
Ätiologie
Die Pharyngitis lateralis tritt häufig im Rahmen viraler oder bakterieller Infektionen der oberen Atemwege auf. Begünstigende Faktoren sind u.a.:
- Postnasal-Drip-Syndrom
- Chronische Rhinosinusitis
- Mundatmung
- Tabakrauch und andere inhalative Noxen
- Zustand nach Tonsillektomie
Nach Entfernung der Gaumenmandeln kommt es häufig zu einer kompensatorischen Hyperplasie des lymphatischen Gewebes der Seitenstränge.
Pathophysiologie
Durch die entzündliche Reizung ist das mukosaassoziierte lymphatische Gewebe (MALT) im Bereich der seitlichen Rachenwand gerötet und geschwollen.
Klinik
Typische Symptiome sind:
- einseitige oder betonte Halsschmerzen
- Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie)
- Räusperzwang.
Die Schmerzen können über den Nervus glossopharyngeus in das Ohr ausstrahlen. Begleitend treten ggf. Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl auf.
Diagnostik
Die Diagnose wird klinisch gestellt. Bei der Inspektion bzw. Pharyngoskopie zeigt sich eine gerötete, prominente Rachenschleimhaut bei meist unauffälligen oder fehlenden Tonsillen. Bei unklarem Verlauf kann ein Abstrich zur Erregerbestimmung erfolgen.
Differentialdiagnosen
Therapie
Die Therapie erfolgt überwiegend symptomatisch. Standardtherapie sind Analgetika und lokale Antiseptika bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Bei bakteriellem Infekt (z.B. Streptokokken) kann ggf. eine Antibiotikatherapie indiziert sein.
Prognose
Die Prognose ist in der Regel gut. Die Erkrankung heilt meist folgenlos aus, kann jedoch bei persistierenden Risikofaktoren rezidivieren.