Parrafin
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LoslegenSynonym: Paraffinum
Englisch: paraffin wax
Definition
Paraffine sind langkettige Kohlenwasserstoffe, die häufig in der pharmazeutischen Technologie als Grundlage für halbfeste Arzneiformen verwendet werden.
Chemie
Paraffine sind Gemische gesättigter, überwiegend unverzweigter Kohlenwasserstoffe. Dünnflüssiges und dickflüssiges Paraffin sind flüssige Formen. Weichparaffin und Hartparaffin sind halbfeste beziehungsweise feste Formen.
Eigenschaften
Paraffine sind lipophil und in Wasser unlöslich. Chemisch sind sie weitgehend reaktionsträge. Ihr Aggregatzustand und ihre Konsistenz werden durch die Zusammensetzung des Kohlenwasserstoffgemischs bestimmt.
Vorkommen/Herstellung
Paraffin wird aus Paraffingatsch (fällt in der Erdöldestillation an) gewonnen. Dieser Gatsch wird mit verschiedenen Ölabtrennungsverfahren behandelt, wodurch Rohparaffin entsteht. Dieses Rohparaffin kann zu Paraffin weiterraffiniert werden.
Verwendung
Paraffine werden als Salbengrundlage für halbfeste Arzneiformen verwendet. Sie können als Konsistenzgeber dienen und die gewünschte Konsistenz einer Zubereitung beeinflussen. Als okklusive Komponente vermindern sie den Wasserverlust über die Haut. Pharmazeutische Paraffine müssen den Anforderungen der Arzneibuchqualität entsprechen.
Medizinische Bedeutung
In der Pharmazie werden Paraffine vor allem als Grundlage für Salben, Cremes und andere halbfeste Zubereitungen eingesetzt, seltener auch als mildes Laxans (dünnflüssiges Paraffin)[1] oder als Bestandteil öliger Nasentropfen, die wegen des Aspirationsrisikos nur in begründeten Ausnahmefällen und nicht bei Kindern angewendet werden sollten.[2] Aufgrund ihrer chemischen Trägheit gelten sie dabei nicht als Wirkstoff, sondern als Hilfsstoff.
Toxikologie
Pharmazeutische Paraffine sind bei sachgerechter lokaler Anwendung in der Regel gut verträglich. Sie sollten nicht inhaliert oder aspiriert werden, da hierbei eine exogene Lipidpneumonie entstehen kann.[3] Insbesondere bei bettlägerigen, schluckgestörten oder liegenden Patienten sowie bei Anwendung im Bereich der Nase ist eine Aspiration zu vermeiden.[2] Die Anwendung sollte entsprechend der vorgesehenen Arzneiform erfolgen.
Quellen
- ↑ Klaschik et al., [Obstipation – moderne Laxanzientherapie], Zeitschrift für Palliativmedizin, 2003
- ↑ 2,0 2,1 Ganso et al., Lipidpneumonie durch Lipid-haltige Nasensprays und -tropfen, Laryngorhinootologie, 2016
- ↑ Bartosiewicz et al., Exogenous lipoid pneumonia induced by nasal instillation of paraffin oil, Advances in Respiratory Medicine, 2019
Literatur
- Bauer et al., Pharmazeutische Technologie, 11. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2022