PTBP1
Synonyme: PTB, HNRPI, HNRP-I
Englisch: polypyrimidine tract binding protein 1
Definition
PTBP1 ist ein ubiquitär exprimiertes RNA-bindendes Protein, das zur Familie der heterogenen nukleären Ribonukleoproteine (hnRNP) gehört. Es ist v.a. an der Regulation des alternativen Spleißens von prä-mRNA beteiligt.
Genetik
PTBP1 wird durch das gleichnamige Gen auf Chromosom 19 am Genlokus 19p13.3 kodiert.
Biochemie
PTBP1 besitzt vier RNA-Erkennungsmotive (RRMs), die seine Bindung an RNA vermitteln. Zusätzlich verfügt es über N-terminale Kernlokalisierungs- und Kernexportsignale, die einen dynamischen Wechsel zwischen Zellkern und Zytoplasma ermöglichen.
Funktion
PTBP1 bindet an pyrimidinreiche Sequenzen der prä-mRNA und reguliert das alternative Spleißen durch Förderung oder Hemmung der Exon-Inklusion. Auf diese Weise trägt es wesentlich zur Entstehung unterschiedlicher mRNA-Isoformen aus einem einzelnen Gen bei.
Darüber hinaus ist PTBP1 an weiteren Prozessen des RNA-Stoffwechsels beteiligt, darunter der Stabilität, subzellulären Lokalisierung und Translation von mRNA. Seine Funktion wird durch die Interaktion mit verschiedenen nicht-kodierenden RNAs (u.a. miRNA, lncRNA und circRNA) sowie mit anderen Proteinen moduliert.
Klinik
PTBP1 ist an der Pathogenese verschiedener Erkrankungen beteiligt, darunter Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen und neurologische Entwicklungsstörungen.
In Tumorerkrankungen ist PTBP1 häufig überexprimiert und mit Tumorentstehung, gesteigerter Proliferation, Invasion und einer ungünstigen Prognose assoziiert. Pathogene Varianten, welche die nukleozytoplasmatische Verteilung von PTBP1 beeinträchtigen, wurden mit syndromalen neurologischen Entwicklungsstörungen mit begleitender Skelettdysplasie in Verbindung gebracht.
Quellen
- GeneCards – PTBP1 Gene, abgerufen am 27.01.2026
- Yu et al. PTBP1 as a potential regulator of disease. Mol Cell Biochem. 479(11):2875-2894. 2024