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Nestschutz

Synonym: Leihimmunität

1 Definition

Mit dem anschaulichen Begriff Nestschutz bezeichnet man die Immunität von Neugeborenen gegen Infektionskrankheiten, der durch mütterliche Antikörper vermittelt wird. Diese können intrauterin durch die Plazenta oder beim Stillen durch die Muttermilch übertragen werden. Es handelt sich um eine passive Immunisierung.

2 Hintergrund

Während der Nestschutz anhält, hat das Neugeborene selbst ersten Kontakt zu Krankheitserregern und kann eine aktive Immunität aufbauen. Im günstigsten Fall findet ein nahtloser Übergang statt und eine bestimmte Infektionskrankheit bricht nie aus. Durch Stillen kann der Nestschutz verlängert werden.

Ein historisches Beispiel für den Nestschutz ist die Poliomyelitis (Kinderlähmung). Diese Krankheit war früher sehr selten, da die Kinder aufgrund schlechter Hygiene schon in den ersten Lebenstagen mit dem Virus infiziert wurden. Zu Epidemien von Poliomyelitis kam es erst, als die Lebensbedingungen so "gut" bzw. keimarm wurden, dass ein Erstkontakt mit dem Virus erst nach Abklingen des Nestschutzes vorkam.

3 Mechanismus

Immunglobuline G werden vermutlich aus dem mütterlichen Blut durch Endozytose in den Synzytiotrophoblast der Plazenta aufgenommen. Hier binden sie den neonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) in den Endosomen, gelangen durch Transzytose zur fetalen Seiten des Synzytiotrophoblast und werden in den fetalen Blutkreislauf abgegeben.[1]

Die Übertragung beginnt ab der 13. Schwangerschaftswoche und steigert sich im Verlauf, wobei der Großteil des Transfers im letzten Trimester stattfindet. [1]

Beim Stillen werden vorwiegend Immunglobuline A aus der Muttermilch übertragen, wobei das Kolostrum (Vormilch) besonders viele Antikörper enthält.[2]

4 Quellen

  1. 1,0 1,1 Palmeira et al IgG Placental Transfer in Healthy and Pathological Pregnancies. Clin Dev Immunol; 2012
  2. Cerini et al Breast Milk: Proactive Immunomodulation and Mucosal Protection Against Viruses and Other Pathogens. Future Virology; 2013

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