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Necator americanus

1 Definition

Necator americanus gehört zur Familie der Nematoden und lebt im Dünndarm von Menschen, Hunden und Katzen. Mit seinem Artverwandten Ancylostoma duodenale ist er der humanpathogene Auslöser der Ancylostomatidose.

2 Merkmale

Dieser Parasit unterscheidet sich von seinem Artverwandten - Ancylostoma duodenale - durch die geografische Verbreitung, unterschiedlicher Mundapparate und seine relative Größe. Er besitzt zwei dorsale und zwei ventrale Schneideplatten im vorderen Rand seiner Mundkapsel. Zudem hat er je ein paar subdorsale sowie subventrale Zähne nahe des Hinterleibes. Die männlichen Tiere werden zwischen 7-9 mm lang, die weiblichen 9-11 mm. Sie leben etwa 3 bis 5 Jahre. Fertilisierte Weibchen legt 5000 bis 10.000 Eier täglich.

3 Lebenszyklus

Die Eier des Wurms sind im mit infestierten Fäkalien kontaminierten Boden zu finden. Unter günstigen Bedingungen durchwandert der Wurm nach 24–48 Stunden drei Häutungsstadien.

Das erste Stadium L1 wird Rhabditiform genannt. Wie auch die erste Transformation ist die zweite Larvenphase L2 Rhabditiform nicht infektiös. Die dritte Häutung dauert zwischen 5 bis 10 Tagen. Damit erreicht die Larve die infektiöse Filarienform, in der sie in der Lage ist, die menschliche Haut zu durchdringen, die Lymph- und Blutgefäße zu durchwandern und sich in Richtung Lunge zu bewegen. In der Lunge durchdringt sie die Alveolen und steigt die Trachea hinauf, um mit dem Speichel beim Schlucken in den Dünndarm zu gelangen. Im Dünndarm wachsen die Larven zu adulten Würmern und ernähren sich vom Blut des Wirtes, indem sie sich an den Dünndarmzotten festbeißen. Nach der Paarung kann ein fertilisiertes Weibchen 5000 bis 10.000 Eier produzieren, die mit dem Fäzes ausgeschieden werden. Die Verbreitung der infektiösen Eier verlangt tropisch feuchtes Klima und direkten Hautkontakt mit durchseuchtem Boden.

4 Klinik

Die adulten Würmer ernähren sich an den Villi vom Blut des Wirtes, welches zu abdominalen Schmerzen, Diarrhoe, Krämpfen, Gewichtsverlust bis hin zu Anorexie führen kann. Eine hohe Parasitenlast führt zu Anämie und Eisenmangel, die in Kleinkindern zu physischen und psychischen Entwicklungsstörungen führen können.

5 Nachweis

Der Parasitennachweis erfolgt über mikroskopische Untersuchung des Stuhls. Die Eier von Ancylostoma duodenale und Necator americanus lassen sich unter dem Mikroskop nicht unterscheiden, nur die Larve kann nach einer Brutzeit Aufschluss geben.

6 Therapie

Die Necator americanus Infektion wird mit Benzimidazol, Albendazol und Mebendazol behandelt. Eine einzelne orale Gabe Tetrachloroethen auf nüchternen Magen eliminiert 90% der Wurmlast. Als Alternative wird Pyrantel Pamoate verabreicht. Kryotherapie wird zum Behandeln cutaner Wurminfestationen verwendet.

7 Prophylaxe

Das Tragen von festem Schuhwerk sowie eine sorgfältige Individualhygiene verhindern das Eindringen des Parasiten.

Fachgebiete: Mikrobiologie

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