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Nasentamponade

1 Definition

Eine Nasentamponade wird zur Behandlung von Nasenbluten (Epistaxis) eingesetzt. Es wird zwischen einer vorderen und einer hinteren Nasentamponade (Bellocq-Tamponade) unterschieden.

2 Vordere Nasentamponade

Indikation für eine vordere Nasentamponade ist meist eine Blutung aus dem Locus Kiesselbachii. Die Tamponade kann als Streifen- oder Fingerlingstamponade erfolgen. Hierfür können salbengetränkte Gazestreifen oder Kompressen verwendet werden. Diese werden fortlaufend in die Nasenhaupthöhle eingebracht. Es sollten immer beide Nasenhaupthöhlen tamponiert werden, damit ein entsprechender Gegendruck erzeugt und die Blutung gestillt werden kann. Das Nasenseptum sollte dabei nicht verlagert werden. In schweren Fällen (Notfallmedizin) kann auch ein Blasenkatheter oder ein geblockter Tubus in die Nase eingeführt werden. Auf HNO-Abteilungen werden auch pneumatisch aufblasbare Nasentamponaden und vorgefertigte Schaumstofftamponaden (mit einer gerinnungsfördernden Beschichtung) eingesetzt. Vordere Nasentamponaden sollten stets nach 2-3 Tagen entfernt werden, danach ist eine Schleimhautpflege notwendig. Eine Alternative zur vorderen Nasentamponade ist die bipolare Elektrokoagulation.

3 Hintere Nasentamponade

Die hintere Nasentamponade (Bellocq-Tamponade) wird bei starken Blutungen aus dem hinteren Nasenrachenraum (Arteria sphenopalatina) eingesetzt, die durch eine vordere Nasentamponade nicht stillbar sind. Hierbei soll der Nasenrachenraum durch einen Kugeltupfer, an dem zwei Fäden befestigt sind, abgedichtet werden. Zuerst werden zwei einfache Trachealabsaugkatheter in die rechte und linke Nasenhöhle eingeführt und aus der Mundhöhle herausgezogen. An diese Katheter werden dann die beiden Zügelfäden geknüpft und die Katheter anschließend oral herausgezogen. Nun wird der Kugeltupfer hinter den weichen Gaumen in den Nasopharynx geschoben und gegen den Vomer gedrückt.

Bei dieser Methode besteht eine hohe Aspirationsgefahr, sie sollte deswegen nur bei intubierten Patienten angewendet werden. Gegen die liegende Bellocq-Tamponade sollte auch stets eine vordere fortlaufende Salbentamponade gelegt werden. Die Tamponade kann 2 Tage verbleiben. Zur antibiotischen Abdeckung werden Amoxicillin oder Cephalosporine verwendet. Weiterhin empfiehlt sich eine Monitorisierung des Patienten, da durch die Bellocq-Tamponade regelhaft ein obstruktives Schlafapnoesyndrom induziert wird.

4 Komplikationen

Diese Seite wurde zuletzt am 12. Februar 2017 um 05:44 Uhr bearbeitet.

Bitte bei den Bellocq-Tamponaden (Absatz 1 und 3) den entsprechenden Artikel verlinken. http://flexikon.doccheck.com/de/Bellocq-Tamponade (Ich kann es leider nicht!)
#1 am 30.11.2016 von Anna Mildschuh (Medizinische/r Dokumentar/in)

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