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Musculus cricoarytaenoideus dorsalis (Veterinärmedizin)

Synonym: Musculus cricoarytenoideus dorsalis

1 Definition

Als Musculus cricoarytaenoideus dorsalis bezeichnet man einen Skelettmuskel des Larynx, der bei allen Haussäugetieren ausgebildet ist.

2 Anatomie

2.1 Verlauf

Der Musculus cricoarytaenoideus dorsalis hat seinen Ursprung an der Ringknorpelplatte (Lamina cartilaginis cricoideae). Er entspringt großflächig, den ganzen medianen Muskelkamm bedeckend, und zieht dann nach rostrolateral, um am Processus muscularis des Stellknorpels (Cartilago arytaenoidea) anzusetzen.

2.2 Innervation

Die motorische Innervation erfolgt über den Nervus laryngeus caudalis des Nervus vagus.

3 Funktion

Bei Kontraktion der Muskelfasern verlagert sich der Processus muscularis des Stellknorpels nach kaudodorsal und medial, wodurch der Processus vocalis des Stellknorpels nach lateral gekippt wird. Auf diese Weise wird die Stimmritze (Rima glottidis) erweitert.

4 Klinik

Durch eine Neuropathie des Nervus laryngeus caudalis kommt es u.a. zur Paralyse des Musculus arytaenoideus dorsalis. Durch die fehlende Innervation wird der betreffende Stellknorpel nicht bzw. nur unzureichend adduziert, sodass eine einseitige Einengung der Stimmritze entsteht. Bei normaler Belastung (normale Atemfrequenz und Atemtiefe) führt diese partielle Obstruktion zu keinen klinischen Symptomen, während bei tiefer Inspiration der Luftstrom gehindert wird. Aufgrund der abweichenden Dynamik entsteht ein typisches Pfeifgeräusch, das umgangsprachlich auch als "Rohren" bezeichnet wird.

Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Pferden auf und wird als Hemiplegia laryngis bezeichnet.

5 Literatur

  • Nickel R, Schummer A, Seiferle E. 2004. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band II: Eingeweide. 9., unveränderte Auflage. Stuttgart: Parey in MSV Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN 978-3-1324-2495-1
  • Salomon FV, Geyer H, Uwe G. 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1
  • König H, Liebich HG. 2005. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Schattauer Verlag. ISBN: 3-7945-2390-3

Diese Seite wurde zuletzt am 10. Dezember 2020 um 13:10 Uhr bearbeitet.

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