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Musculus constrictor pharyngis inferior

von lateinisch: constringere - zusammenziehen; von altgriechisch: φάρυγξ ("pharynx") - Rachen
Synonym: unterer Schlundschnürer
Englisch: inferior pharyngeal constrictor(muscle)

1. Definition

Der Musculus constrictor pharyngis inferior ist ein quergestreifter Skelettmuskel und der am weitesten kaudal gelegene Konstriktor der Rachenmuskulatur. An ihn schließt sich kaudal die Speiseröhre an.

2. Embryologie

Der Musculus constrictor pharyngis inferior bildet sich überwiegend aus der Muskelanlage des 6. Kiemenbogens, der mit dem 4. Kiemenbogen verschmilzt.

3. Anatomie

3.1. Einteilung

Der Musculus constrictor pharyngis inferior besteht aus zwei Teilen:

  • Pars thyropharyngea
  • Pars cricopharyngea

Die Pars cricopharyngea wird von einigen Autoren als eigene Muskelentität aufgefasst und dann "Musculus cricopharyngeus" genannt. Sie kann in Pars obliqua und Pars fundiformis unterteilt werden.

3.2. Ursprung

Die Pars thyropharyngea hat ihren Ursprung an der Linea obliqua des Schildknorpels (Cartilago thyroidea), die Pars cricopharyngea am lateralen Rand des Ringknorpels (Cartilago cricoidea).

3.3. Ansatz

Die Fasern des Musculus constrictor pharyngis inferior ziehen schräg nach kranial, medial und dorsal und verbinden sich mit den Fasern des Muskels der Gegenseite in der Raphe pharyngis. Sie überlappen dabei die kaudalen Faserzüge des Musculus constrictor pharyngis medius.

4. Innervation

Der Musculus constrictor pharyngis inferior wird motorisch vom Plexus pharyngeus, einem Nervengeflecht aus dem Nervus glossopharyngeus (Nervus IX) und dem Nervus vagus (Nervus X), innerviert. Der Ramus externus des Nervus laryngeus superior gibt Fasern an den Plexus pharyngeus ab und ist somit an der Innervation des Musculus constrictor pharyngis inferior beteiligt.[1][2]

5. Funktion

5.1. Schlucken

Der Musculus constrictor pharyngis inferior verengt durch seine Kontraktion die Pars laryngea pharyngis (Hypopharynx) und schiebt beim Schlucken den Nahrungsbolus in Richtung der Speiseröhre (Ösophagus) vor.

5.2. Phonation

Während der Phonation wirkt er dualistisch: Die Pars cricopharyngea wirkt antagonistisch zur Wirkung des stimmlippen-dehnenden Musculus cricothyroideus und synergetisch zur stimmlippenkürzenden Wirkung des Musculus vocalis, indem sie den Ringknorpel rotiert und den Kehlkopf nach hinten zieht und somit eine Stimmlippenverkürzung herbeiführt. Je tiefer der Ton ist, desto stärker wirkt er mit. Günstig für diese Wirkung ist ein Kehlkopftiefstand, welcher zudem durch passive Anspannung der Pharynxwand die Ausngangsposition für seine Wirkung verbessert. Eine Hyperfunktion soll sich in einer rauhen und gepressten Stimme äußern.

Die Pars thyropharyngea bewirkt hingegen eine Stimmlippenverlängerung und Spannungszunahme, indem sie die Schildknorpelplatten einander annähert. Solche Annäherungen wurden bei Übergängen von leisen zu lauten und vom Falsett-Register in das Brustregister beobachtet. Eine Kehlkopfhebung, welche sie beim Schlucken mitbewirken soll, erhöht ihren Tonus.

6. Klinik

Zwischen der Pars obliqua und Pars fundiformis der Pars cricopharyngea befindet sich das sogenannte Killian-Dreieck, ein muskelschwacher Bereich, der eine Prädilektionsstelle von Zenker-Divertikeln sein kann. Weiter ventrolateral unter der Pars fundiformis können sich Killian-Jamieson-Divertikel ausbilden.

7. Quellen

8. Literatur

  • Anderhuber et al., Waldeyer - Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band (De Gruyter Studium) (19th totaly rev. ed.), De Gruyter, 2012

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