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Moniliformis moniliformis

1. Definition

Moniliformis moniliformis ist ein Parasit aus der Gruppe der Acanthocephala (Kratzwürmer) und Erreger der Acanthocephalose verschiedener Tiere und des Menschen.

2. Taxonomie

3. Epidemiologie

Das genaue Verbreitungsgebiet von Moniliformis moniliformis ist nicht bekannt, jedoch wird von einem weltweiten Vorkommen ausgegangen. Zu den Wirten zählen hauptsächlich Kleinsäuger (v.a. Nager und Insektenfresser) sowie Fleischfresser und selten auch der Mensch.

Als Zwischenwirte fungieren Schaben und Käfer, die als Vektoren die Parasiten verbreiten.

4. Morphologie

Die Weibchen sind zwischen 100 und 270 mm groß, während die Männchen nur 40 bis 130 mm lang werden.

5. Entwicklung

Befallene Endwirte scheiden mit dem Kot die Eier der Weibchen aus. Die Eier enthalten zu diesem Zeitpunkt schon einen voll entwickelten Acanthor (früheste Form des Larvenstadiums). Nachdem ein geeigneter Zwischenwirt die Eier aufgenommen hat, erfolgt die erste Häutung im Hemocoelom des Insekts zur Zweitlarve (L2). Nach 6 bis 12 Wochen erreicht der Parasit sein infektiöses Stadium, das als Cystacanthus bezeichnet wird.

Endwirte infizieren sich letztendlich durch die perorale Aufnahme befallener Zwischenwirte. Nach der Infektion heften sich die freigesetzten Larven an die Dünndarmwand an, um Geschlechtsreife zu erlangen. Nach etwa 8 bis 12 Wochen verpaaren sich die Parasiten, worauf unzählige Eier produziert und mit dem Kot wieder ausgeschieden werden.

Wirt Entwicklungszyklus
Endwirt Eier in Kot → Verbreitung in Umwelt
Eier enthalten Acanthor-Larve → Aufnahme Zwischenwirt
Zwischenwirt Häutungen zu Cystacanthus-Larve → Verzehr Endwirt
Endwirt Befall der Dünndarmwand → Erreichen der Geschlechtsreife
Kopulation und Produktion von Eier → Ausscheidung mit Kot

6. Pathogenese

Klinisch manifeste Erkrankungen gehen häufig mit schwerwiegenden Symptomen einher, die durch Schädigungen der Darmwand ausgelöst werden. Betroffene Wirte leiden an Abdominalschmerzen in Kombination mit schweren Verdauungsstörungen.

Ein geringer Befall führt häufig nur zu milden Symptomen. In manchen Fällen verläuft die Erkrankung asymptomatisch.

7. Humanpathologie

Moniliformis moniliformis tritt gehäuft im Iran, in Irak, in Nigeria und in den USA als Zoonoseerreger auf. Da sich Menschen aber vorwiegend über den Rohverzehr der Zwischenwirte infizieren, sind humane Acanthocephalosen eher selten.

8. Quellen

  • CDC - Center for Disease Control and Prevention. Acanthocephaliasis DPDx, Parasite Biology (abgerufen am 29.07.2021)
  • Berenji F, Fata A, Hosseininejad Z. A case of Moniliformis moniliformis (Acanthocephala) infection in Iran. Korean J Parasitol. 2007 Jun;45(2):145-8. doi: 10.3347/kjp.2007.45.2.145

9. Literatur

  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1072-0
  • Boch J, Supperer R (Begr.), Schnieder T (Hrsg.). 2005. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4135-9

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29.07.2021, 18:21
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