Melittin
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LoslegenEnglisch: melittin
Definition
Melittin ist ein kationisches, amphipathisches Polypeptid. Es macht den größten Anteil des getrockneten Bienengifts aus. Er variiert artenabhängig, bei der Honigbiene (Apis mellifera) wird er mit 40–60 % angegeben. Melittin gehört unter anderem zur Gruppe der porenbildenden Toxine.[1]
siehe Hauptartikel: Bienengift
Chemie
Wirkung
Melittin hat eine Vielzahl verschiedener Effekte. Unter anderem lagert es sich in die Zellmembran ein, indem es mit negativ geladenen Phospholipiden interagiert. Es hemmt die Natrium-Kalium-ATPase und die Protonen-Kalium-Pumpe und erhöht die Membranpermeabilität für Natrium- und Calciumionen.[2] Des Weiteren führt es zu einer Degranulation von Mastzellen.[3]
Proapoptotische Effekte
Melittin zeigte in vitro in verschiedenen Karzinomzelllinien proapoptotische Effekte. Dabei konnte eine Störung des mitochondrialen Membranpotentials nachgewiesen werden, die mit einer Freisetzung von Cytochrom c und Endonuklease G sowie einer Aktivierung der Caspase-3 assoziiert war. Gleichzeitig zeigte sich eine vermehrte Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), die zur Induktion der mitochondrial vermittelten Apoptose beitragen könnte.[4]
Antivirale Effekte
Melittin besitzt in vitro antivirale Aktivität gegen HIV-1. In Zellkulturversuchen konnte eine Hemmung der Virusreplikation bei Konzentrationen nachgewiesen werden, die keine Schädigung der Wirtszellen verursachten.[5]
Die klinische Relevanz der o.a. Befunde ist bislang nicht gesichert.
Toxizität
Melittin wirkt hämolytisch, indem es Erythrozytenmembranen durch Porenbildung destabilisiert. Systemisch führt es zu Hypotonie, Hämolyse und bei hohen Dosen zu Nierenversagen.[3]
Quellen
- ↑ Habermann, Bee and wasp venoms, Science, 1972
- ↑ Yang und Carrasquer, Effect of melittin on ion transport across cell membranes, Zhongguo Yao Li Xue Bao, 1997
- ↑ 3,0 3,1 Freissmuth et al., Pharmakologie und Toxikologie, Springer, 2016
- ↑ Pandey et al., An Updated Review Summarizing the Anticancer Efficacy of Melittin from Bee Venom in Several Models of Human Cancers, Nutrients, 2023
- ↑ Hood et al., Cytolytic nanoparticles attenuate HIV-1 infectivity, Antivir Ther, 2013