Langerhans-Zelle
nach Paul Langerhans, Berliner Pathologe (1847-1888)
Synonym: Dendrocytus epidermis
Englisch: Langerhans cell
Definition
Langerhans-Zellen sind inaktive dendritische Zellen im Stratum spinosum der Epidermis, die der Antigenpräsentation dienen. Sie gehören zum mononukleär-phagozytären System (MPS).
Nomenklatur
Ungenau werden auch die Zellen innerhalb der Langerhans-Inseln des endokrinen Pankreas als Langerhans-Zellen bezeichnet. Verwechslungsgefahr besteht auch mit den Langhans-Riesenzellen und den Langhans-Zellen der Plazenta.
Vorkommen
Langerhans-Zellen kommen u.a. in der Haut, der Vaginalschleimhaut, der Mundschleimhaut, der Vorhaut und in der Bronchialschleimhaut vor.
Funktion
Als spezialisierte dendritische Zellen sind Langerhans-Zellen in der Lage, bei Verletzungen der Haut, eingedrungene Antigene über endozytotische Mechanismen aufzunehmen. Nach Antigenkontakt und funktioneller Reifung migrieren sie in drainierende Lymphknoten. Dort präsentieren sie Antigene T-Lymphozyten und tragen zur Initiierung protektiver Immunantworten und Induktion immunologischer Toleranz bei.
Biochemisch lässt sich auf ihrer Zelloberfläche das Transmembranprotein Langerin (CD207) nachweisen.
Embryologie
Die Langerhans-Zelle enstammt dem Mesoderm und wird im Knochenmark gebildet. Sie wandert ab der 4. Embryonalwoche in die Epidermis ein und ist ab der 12. bis 14. Embryonalwoche voll ausdifferenziert.
Klinik
Bei der seltenen Langerhans-Zell-Histiozytose (LCH, Histiozytose X) findet man in frühen Läsionen eine Häufung von Zellen, die Langerhans-Zellen ähneln. Sie weisen jedoch den Oberflächenmarker CD14 auf, der für Monozyten typisch ist.
Langerhans-Zellen spielen darüber hinaus eine Schlüsselrolle bei der sexuellen Überragung von HIV, da sie die ersten Zellen sind, die das Virus Inkorporation.