Kopfgelenkbänder
Synonyme: Ligamenta craniovertebralia
Englisch: ligaments of the craniovertebral joints
Definition
Die Kopfgelenkbänder sind die Bandstrukturen, welche die Kopfgelenke (Articulatio atlantooccipitalis, Articulatio atlantoaxialis) bzw. den kraniozervikalen Übergang stabilisieren. Einige dieser Bänder können als Fortsetzungen weiter kaudal gelegener Ligamente der Wirbelsäule betrachtet werden.
Einteilung
Tiefe Bänder des kraniozervikalen Übergangs
- Ligamentum apicis dentis: Zieht von der Spitze des Dens axis zum vorderen Rand des Foramen magnum des Os occipitale.
- Ligamenta alaria: Zwei kräftige Bänder, die von den lateralen Flächen der Densspitze zu den Condyli occipitales ziehen.
- Ligamentum transversum atlantis: Verläuft zwischen den medialen Flächen der Massae laterales des Atlas dorsal des Dens axis, etwa parallel zum Arcus anterior. Das Band ist kräftig und im Bereich des medialen atlantoaxialen Gelenks knorpelig überzogen, wodurch es funktionell einen Teil des Gelenks bildet.
- Ligamentum cruciforme atlantis: Gemeinsam mit zwei Faszikeln (Fasciculus longitudinalis superior und inferior) bildet das Ligamentum transversum atlantis das Ligamentum cruciforme:
- Der Fasciculus longitudinalis superior inseriert am Rand des Foramen magnum.
- Der Fasciculus longitudinalis inferior inseriert an der Hinterfläche des Corpus axis.
Bänder des atlantookzipitalen und lateralen atlantoaxialen Gelenks
- Ligamentum atlantooccipitale anterius und Ligamentum atlantoaxiale anterius: Diese bandartigen Verstärkungen verbinden den Arcus anterior atlantis ventral mit dem Os occipitale (kranial) bzw. dem Corpus axis (kaudal). Sie können als Fortsetzung des Ligamentum longitudinale anterius betrachtet werden.
- Membrana tectoria: Sie verläuft im Wirbelkanal und bedeckt den Dens axis sowie dessen Bandapparat. Kranial zieht sie zum Foramen magnum, wo ihre Fasern mit der Dura mater verschmelzen. Sie stellt eine Fortsetzung des Ligamentum longitudinale posterius dar.
- Ligamentum atlantooccipitale posterius und Ligamentum atlantoaxiale posterius: Diese Bänder verbinden den Arcus posterior atlantis kranial mit dem hinteren Rand des Foramen magnum und kaudal mit den Laminae des Axis. Sie können als Ersatz bzw. Fortsetzung der Ligamenta flava angesehen werden.
- Ligamentum nuchae: Das Ligamentum nuchae spannt sich zwischen der Protuberantia externa des Os occipitale und dem Processus spinosus des 7. Halswirbels auf. Ein sichelförmiges Faserblatt verbindet es mit den Processus spinosi des 6. bis 2. Halswirbels und dem Tuberculum posterior des Atlas. Es stellt die Fortsetzung des Ligamentum supraspinale in der Halswirbelsäule dar und ist Ursprung mehrerer Muskeln.
- Ligamenta interspinalia: Sie existieren im Bereich der HWS, sind aber weniger stark ausgeprägt als im Rest der Wirbelsäule. In Bezug auf den kraniozervikalen Übergang sind sie zwischen dem 1. und 2. Halswirbel nicht klar definiert. Ihre Rolle wird in diesem Bereich ebenfalls vom Ligamentum nuchae übernommen.
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Fachgebiete:
Anatomie
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