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Lipodystrophie Typ Berardinelli

(Weitergeleitet von Kongenitale Lipodystrophie Typ Berardinelli-Seip)

Synonyme: Kongentiale generalisierte Lipodystrophie (CGL), Berardinelli-Seip kongenitale Lipodystrophie (BSCL)

1 Definition

Die Lipodystrophie Typ Berardinelli, kurz BSCL, ist eine genetisch bedingte Form der Lipodystrophie. Im Vergleich zur familiären partiellen Lipodystrophie ist die BSCL durch einen generalisierten Verlust von Körperfett gekennzeichnet.

2 Symptomatik

Die Lipodystrophie ist eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, die durch einen Verlust von subkutanem Fettgewebe gekennzeichnet sind. Typischerweise ist sie mit dem metabolischen Syndrom vergesellschaftet. Genetische Ursachen sind selten. Die häufigsten Formen sind iatrogen und entwickeln sich unter der Therapie mit Insulin (im Rahmen eines Diabetes mellitus) oder antiretroviralen Wirkstoffen (im Rahmen einer HIV-Infektion).

Grundsätzlich entspricht die Symptomatik der BSCL der der iatrogenen Form, allerdings tritt sie bereits kongenital auf. Die Ausprägung der Symptome kann sich je nach Typ und Art der Mutation (homo- oder heterozygot) unterscheiden.

3 Formen und Genetik

Bisher sind vier Typen der BSCL beschrieben. Alle sind sehr selten und z.T. nur in wenigen Fällen beschrieben. Typ 1 ist darunter die am längeste bekannte und häufigste Form. Die Produkte der betroffenen Gene sind bekannt, der genau Mechanismus, durch den die Lipodystrophie jeweils entsteht, ist aber zur Zeit (2019) kaum verstanden.

3.1 Typ 1

Typ 1, auch BSCL1 genannt, wird durch Mutationen im Gen AGPAT2 verursacht, das für eine Acyltransferase codiert. Diese transferiert eine Fettsäure auf das Lipid Lysophosphatidsäure, so dass Phosphatidat entsteht. Dies ist ein wichtiger Zwischenschritt in der Synthese von Triacylglycerinen (TAGs). Die Mutation führt vermutlich dazu, dass die Synthese gehemmt wird.

3.2 Typ 2

Typ 2, auch BSCL2 genannt, wird durch Mutationen im Gen BSCL2 verursacht, das für das Protein Seipin codiert. Seipin ist im endoplasmatischen Retikulum lokalisiert und hat vermutlich eine Funktion in der Bildung von Lipidtropfen zur intrazellulären Speicherung von TAGs.

3.3 Typ 3

Typ 3 wird durch Mutationen im Gen CAV1 verursacht, das für das Protein Caveolin 1 codiert. Dieses ist Bestandteil von sogenannten Caveolae in der Plasmamembran, über die unter anderem Cholesterin endozytiert wird.

3.4 Typ 4

Typ 4 wird durch Mutationen im Gen PTRF verursacht, das für das Protein Cavin codiert. Dieses spielt eine Rolle bei der Bildung von Caveolae.

4 Quellen

  • Shastry et al. Novel nonsense mutation in the PTRF gene underlies congenital generalized lipodystrophy in a consanguineous Saudi family. Eur J Med Genet; 2015
  • Capeau et al. Congenital Generalized Lipodystrophy, Type 4 (CGL4) Associated with Myopathy due to Novel PTRF Mutations. Am J Med Genet A; 2011

Fachgebiete: Humangenetik

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Oktober 2019 um 16:50 Uhr bearbeitet.

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