KarXT
Handelsname: Cobenfy®
Definition
KarXT ist ein orales Antipsychotikum zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen, das im September 2024 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen wurde. Es unterscheidet sich pharmakologisch von klassischen Antipsychotika, da es nicht primär über eine dopaminerge D2-Rezeptorblockade wirkt.
Chemie
KarXT ist eine Fixkombination aus zwei Wirkstoffen.
- Xanomelin: zentral wirksamer Agonist am Muskarinrezeptor (vor allem M1 und M4)
- Trospiumchlorid: peripher wirksames Anticholinergikum
Wirkmechanismus
Der antipsychotische Effekt von KarXT beruht auf der Stimulation zentraler Muskarinrezeptoren, insbesondere M1- und M4-Rezeptoren, durch Xanomelin. Diese Rezeptoren modulieren dopaminerge Signalwege indirekt und beeinflussen kognitive sowie psychotische Symptome.
Trospium wird zugesetzt, um die peripheren cholinergen Nebenwirkungen von Xanomelin (z.B. gastrointestinale Beschwerden, Hypersalivation) zu reduzieren. Aufgrund seiner schlechten ZNS-Penetration wirkt Trospium überwiegend außerhalb des zentralen Nervensystems und beeinträchtigt die zentrale Wirksamkeit von Xanomelin nicht wesentlich.
Nebenwirkungen
Das Nebenwirkungsprofil von KarXT unterscheidet sich von klassischen Antipsychotika.
- Selten: extrapyramidal-motorische Störung, Hyperprolaktinämie, Gewichtszunahme
- Häufiger: cholinerge Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Hypersalivation oder Obstipation
- Anticholinerge Effekte durch Trospium (z.B. Mundtrockenheit, Harnverhalt) können auftreten.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Xanomelin, Trospium oder sonstige Bestandteile
- Bestehende schwere gastrointestinale oder urogenitale Obstruktionen (anticholinerge Kontraindikationen)
- Schwere Herzrhythmusstörungen
Klinische Bedeutung
KarXT ist der erste zugelassene Vertreter einer Klasse antipsychotischer Therapien, die nicht primär eine dopaminerge D2-Blockade nutzen. Möglicherweise eröffnet das einen neuen therapeutischen Ansatz für Patienten, die auf klassische Antipsychotika unzureichend ansprechen oder unter deren Nebenwirkungen leiden.
Literatur
- Gelbe-Liste.de, abgerufen am 02.02.2026
- Spektrum.de, abgerufen am 02.02.2026