Xanomelin
Überblick
Xanomelin ist ein zentral wirksamer Muskarinrezeptor-Agonist, der ursprünglich zur Behandlung der Alzheimer-Demenz entwickelt wurde. Aufgrund seiner antipsychotischen Wirkung ohne direkte dopaminerge Rezeptorblockade gewann Xanomelin später Bedeutung in der Therapie der Schizophrenie.
Wirkmechanismus
Xanomelin wirkt agonistisch an zentralen muskarinischen Acetylcholinrezeptoren, insbesondere an den Subtypen M1 und M4, die im präfrontalen Kortex, Hippocampus und Striatum exprimiert werden.
- M1-Rezeptoren: beeinflussen kognitive Prozesse, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
- M4-Rezeptoren: modulieren indirekt die dopaminerge Neurotransmission im mesolimbischen System
Über diese Mechanismen kommt es zu einer Reduktion psychotischer Symptome, ohne eine direkte Blockade von D2-Rezeptoren. Der Wirkmechanismus stellt damit eine funktionelle Alternative zur klassischen Dopaminhypothese der Schizophrenie dar.
Studienlage
In frühen klinischen Studien zeigte Xanomelin als Monotherapie eine Reduktion positiver und negativer Symptome bei Patienten mit Schizophrenie. Auch bei Alzheimer-Patienten wurden antipsychotische und kognitive Effekte beobachtet.
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen resultieren primär aus peripherer cholinerger Aktivierung und umfassen u. a.:
- Übelkeit, Erbrechen
- Diarrhö
- vermehrten Speichelfluss
- Schwitzen
- Bradykardie
Diese Nebenwirkungen begrenzten die klinische Anwendbarkeit als Einzelwirkstoff.
Zur Verbesserung der Verträglichkeit wurde Xanomelin mit dem peripher wirksamen Anticholinergikum Trospiumchlorid kombiniert.
Zulassung
Die Wirkstoffkombination Xanomelin/Trospiumchlorid (KarXT) wurde 2024 von der FDA zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen.