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Immunvermittelte Myositis (Pferd)

Synonym: MYH1-Myopathie, IMM
Englisch: Immune-mediated myositis

1 Definition

Als immunvermittelte Myositis bezeichnet man eine Erbkrankheit beim Pferd, die durch Muskelschwund gekennzeichnet ist.

2 Genetik

Die immunvermittelte Myositis wird unvollständig autosomal-dominant vererbt, wobei hauptsächlich Quarter-Horses und verwandte Rassen betroffen sind. Unvollständig autosomal-dominant bedeutet, dass Tiere mit nur einer Kopie des Gens ein geringeres Risiko besitzen, zu erkranken oder nur schwache Symptome zeigen.

Die Erkrankung wird durch Mutationen im MYH1-Gen ausgelöst, wodurch es zu Änderungen im Genprodukt, einem Klasse-II-Myosin kommt. Durch diese Veränderungen wird ein Teil des Proteins einem Antigen des Druse-Bakteriums (Streptococcus equi ssp. equi) sehr ähnlich. Kommt es dann zur Aktivierung des Immunsystems des Pferdes (z.B. durch Impfungen oder Infektionen), kann das Immunsystem diese Version des Proteins fälschlicherweise angreifen.

3 Klinik

Die immunvermittelte Myositis wird meist durch Impfungen oder Infektionen ("Trigger") ausgelöst, wenn ein Pferd die genetische Veranlagung besitzt. Symptome zeigen sich in Form von Muskelschwund (insbesondere an der Hinterhand), Muskelsteife und allgemeiner Schwäche. Betroffene Tiere weisen entsprechende Symptome meist entweder bereits vor dem 8. Lebensjahr oder erst nach dem 17. Lebensjahr auf. Die Pferde erholen sich normalerweise wieder und können die verlorene Muskulatur über Monate wieder aufbauen.

Es ist auch möglich, dass Pferde diese Genvariation besitzen und nicht erkranken.

4 Diagnostik

Die Diagnose kann mittels Gentest aus Blut- oder Haarproben erfolgen.

5 Therapie

Derzeit (2021) ist keine kausale Therapie bekannt. Durch sofortige Verabreichung von Glukokortikoiden erholen sich Pferde meist schneller von akuten Schüben.

6 Empfehlung zur Zucht

Pferde mit zwei Kopien des Gens (My/My) (homozygot) sollten auf jedenfall von der Zucht ausgeschlossen werden, da die Mutation zu 100 % an die Nachkommen weitergegeben wird. Außerdem sollten alle Tiere, die Symptome zeigen, nicht in der Zucht eingesetzt werden.

Falls Tiere eine Kopie des Gens (My/n) besitzen (heterozygot), sollten sie jedenfalls nur mit Pferden verpaart werden, die keine Mutation des Gens aufweisen.

7 Quellen

  • CAG Center For Animal Genetics. Center For Animal Genetics
  • Gianino et al. 2019. Prevalence of the E321G MYH1 variant for immune-mediated myositis and nonexertional rhabdomyolysis in performance subgroups of American Quarter Horses. J Vet Intern Med. 33:897-901. DOI: 10.1111/jvim.15393
  • Durward-Akhurst SA, Valberg SJ. 2018. Immune-Mediated Muscle Diseases of the Horse. Vet Pathol 55:68-75. Pubmed reference: 28129093. DOI: 10.1177/0300985816688755.

Diese Seite wurde zuletzt am 10. Januar 2021 um 23:52 Uhr bearbeitet.

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