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Huflattich

Synonym: Tussilago farfara

1 Definition

Huflattich ist eine Arzneipflanze, die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört.

2 Eigenschaften

Huflattich ist eine 7-20 cm hohe Pflanze. Der Stengel steht aufrecht und weist eiförmig-lanzettförmige, rötliche Schuppen auf. Er endet in einem endständigen Blütenstand aus äußeren zungenförmigen und inneren röhrigen, gelben Blüten. Die Blätter erscheinen nach dem Blühen. Sie sind herzförmig-rundlich, gestielt und unterseits weißfilzig. Unterirdisch bildet Huflattich ausdauernde Ausläufer.

Die Blütezeit ist von März bis April. Die Pflanze findet sich an Weg- und Ackerrändern, an Ufern und auf Schutt.

3 Arzneidrogen

Tussilago farfara dient als Stammpflanze zur Gewinnung der Arzneidroge Farfarae folium (Folia Farfarae, Huflattichblätter).

4 Wirkstoffe

Huflattich enthält u.a. Polysaccharide, Schleimstoffe, Sterole, Bitterstoffe und Gerbstoffe, sowie Elektrolyte wie Kalium, Kalzium und Zink. Die Pflanze enthält weiterhin geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide.

5 Anwendung

Die Anwendung kann als als Absud, Tinktur, Sirup oder in Umschlägen erfolgen. Huflattich wirkt entspannend, schleimlösend, lindernd, krampflösend und antikatarrhalisch. Lokal fördert er die Gewebeheilung und wirkt beruhigend. Eine Anwendung kann bei grippalem Infekt mit akuten Katarrhen der Luftwege, Husten und Heiserkeit erfolgen.

Cave: 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide wirken unter anderem hepatotoxisch und karzinogen. Von der innerlichen Anwendung ist aus pharmazeutischer Sicht abzusehen, wenn nicht gewährleistet ist, dass eine Tagesdosis von 1µg nicht überschritten wird.[1] Arzneidroge (pharmazeutische Qualität) kann mit 4,5 bis 6 g pro Tag über maximal 6 Wochen im Jahr angewandt werden.[2]

6 Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit oder Allergie gegen die Arzneidroge
  • Anwendung bei Kindern (keine solide Datenlage zur Dosierung)
  • Aufgrund der potentiell teratogenen Effekte von Pyrrolizidinalkaloiden sollte keine Anwendung während der Schwangerschaft erfolgen

7 Einzelnachweise

  1. ABDA: Bedenkliche Rezepturarzneimittel Stand Mai 2015
  2. Rahfeld: Mikroskopischer Farbatlas pharmazeutischer Drogen, Spektrum akadem. Verlag, Heidelberg 2009.

Fachgebiete: Biologie

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