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HAGL-Läsion

Englisch: HAGL lesion, humeral avulsion of the glenohumeral ligament

1. Definition

Die HAGL-Läsion ist eine Bandverletzung des Ligamentum glenohumerale inferius (IGHL), bei der das Band in der Nähe seines Ansatzes am Collum anatomicum des Humerus ausreißt. Das Akronym HAGL steht für "Humeral Avulsion of the Glenohumeral Ligament".

2. Epidemiologie

HAGL-Läsionen treten häufig bei jungen Männern auf, die Kontaktsportarten betreiben. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr.

3. Ätiologie

Eine HAGL-Läsion entsteht bei etwa 5 bis 10 % der Schulterluxationen, wobei von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen wird. Eine weitere Ursache sind repetitive Mikrotraumen, insbesondere bei Volleyballspielern.

4. Begleitverletzungen

Begleitend können weitere Folgen einer vorderen Schulterluxation vorliegend, z.B.:

Traumatische Verletzungen der Gelenkkapsel können ebenfalls das Ligamentum glenohumerale medium und superius betreffen.

5. Einteilung

Eine komplette Ruptur sowohl des anterioren als auch posterioren Zügels des IGHL ist sehr selten. Umgekehrt sind Zerrungen des IGHL, die zu einer Hyperlaxizität führen können, mit 15 bis 30 % häufig bei einer Schulterluxation.

6. Klinik

HAGL-Läsionen verursachen vorne lokalisierte Schulterschmerzen, insbesondere Bewegungsschmerzen bei Abduktion und Außenrotation. Weiterhin erhöhen sie das Risiko einer Schulterinstabilität, die in 2 bis 10 % der Fälle auftreten kann.

7. Diagnostik

Eine HAGL-Läsion wird mittels MRT der Schulter diagnostiziert. Es zeigt sich eine Ablösung der signalgeminderten Fasern des IGHL vom proximalen Humerus. Weiterhin können ein perifokales Ödem und Hämatom auffallen. Der normalerweise U-förmige inferiore Recessus erscheint vom Humerus weggezogen. In koronaren Schichten erscheint der Recessus dann als "J" (rechts) bzw. "umgekehrtes J" (links), was als J-Zeichen bezeichnet wird.

In der MR-Arthrographie fällt bei einer akuten HAGL- oder einer persistierenden chronischen HAGL-Läsion eine Kontrastmittelübergang durch den Riss auf.

8. Differenzialdiagnosen

Der Ausriss des Bandes am Glenoid wird als GAGL-Läsion bezeichnet, wobei auch diese Avulsion mit einem Knochenfragment einhergehen kann. Bei Verletzung des labroligamentösen Komplexes spricht man von einer Bankart-Läsion.

Seltener kann auch der mittlere Bandabschnitt des IGHL gerissen sein.

9. Therapie

Die Therapie ist abhängig von Begleitverletzungen und der resultierenden Schulterinstabilität. Kleine Verletzungen ohne Instabilität können durch konservative Therapie ausheilen. Bei großen Veletzungen oder Instabilität erfolgt eine chirurgische kapsuloligamentöse Reparatur.

Peer-Review durch Bijan Fink

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21.03.2024, 08:52
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